West Texas Intermediate (WTI) – der Benchmark-Preis für US-Rohöl – hat Schwierigkeiten, den späten Anstieg des Vortages aus dem Bereich von 79,50-79,45 USD zu nutzen, und wird in der ersten Hälfte der europäischen Sitzung am Dienstag mit einer negativen Tendenz gehandelt. Das schwarze Gold bleibt jedoch in Schlagdistanz zu seinem am Montag erreichten Höchststand seit dem 12. Juni und liegt derzeit bei rund 81,80 USD.
Hoffnungen auf eine mögliche diplomatische Lösung des US-Iran-Konflikts erweisen sich als ein wesentlicher Faktor, der die Rohölpreise belastet. Dennoch führen erhebliche Störungen der globalen Ölversorgung aufgrund des eingeschränkten Verkehrs durch die Straße von Hormus zu einer Begrenzung des Abwärtspotenzials. Hinzu kommt, dass von Iran unterstützte Huthi-Rebellen eine sofortige maritime Blockade Saudi-Arabiens im Roten Meer ankündigten, was die Abwärtsbewegung der Rohstoffpreise weiter einschränkt.
Aus technischer Sicht wurden der Ausbruch der letzten Woche über den 200-Perioden Simple Moving Average (SMA) im 4-Stunden-Chart sowie das 38,2% Fibonacci-Retracement des Rückgangs von Mai bis Juli als wichtige Auslöser für die Bullen angesehen. Allerdings rechtfertigt das Ausbleiben von Anschlusskäufen über das 50%-Retracement hinaus sowie die gemischten Momentum-Oszillatoren im genannten Chart Vorsicht, bevor man sich auf eine kurzfristige Aufwertung positioniert.
Tatsächlich fällt der Relative Strength Index (14) wieder auf einen neutralen Wert von 58,55 zurück, und der Moving Average Convergence Divergence (MACD) sinkt unter null, was darauf hindeutet, dass das bullishe Momentum nachlässt. Dies deutet darauf hin, dass das 38,2%-Retracement bei 82,34 USD weiterhin als unmittelbares Hindernis wirkt, bevor ein bedeutenderes Fibonacci-Hindernis bei 87,17 USD (50,0%) und anschließend bei 92,00 USD (61,8%) als nächstes Aufwärtsziel in den Fokus rückt.
Auf der Unterseite wird unmittelbare Unterstützung am 200-Perioden-MA bei 76,61 USD gesehen, verstärkt durch das nahe gelegene 23,6%-Retracement bei 76,37 USD, während ein tieferer Rücksetzer das Fibonacci-Tief bei rund 66,72 USD als weiter entferntes strukturelles Bodeniveau freilegen würde.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.