Fed-Vorsitzender Warsh nimmt am Dienstag an Kongressanhörung teil: Zwei Kernpunkte für Anleger

Quelle Tradingkey

TradingKey – Am Dienstag (13. Juli) um 10:00 Uhr ET wird der Fed-Vorsitzende Warsh vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses aussagen und sich den Fragen der Abgeordneten zum halbjährlichen Geldpolitikbericht der Fed stellen. Dies wird das erste Mal sein, dass Warsh seit seinem Amtsantritt als Fed-Vorsitzender dem Kongress den halbjährlichen Geldpolitikbericht vorlegt. Anschließend wird er am 15. Juli auch vor dem Bankenausschuss des Senats aussagen.

Eineinhalb Stunden vor der Anhörung werden in den USA zudem die Verbraucherpreise für Juni veröffentlicht. Da die CPI-Daten um 8:30 Uhr ET freigegeben werden, wird Warshs Reaktion auf Inflation und Zinsen direkt von den neuesten Zahlen beeinflusst. Sollte die Inflation höher ausfallen als erwartet, wird sich der Markt darauf konzentrieren, ob er eine Zinserhöhung bereits für Ende Juli oder September befürwortet. Kühlt sich die Inflation hingegen ab, wird auch von zentralem Interesse sein, ob er weiterhin darauf beharrt, der Wiederherstellung der Preisstabilität Priorität einzuräumen.

Bei dieser Anhörung müssen Anleger darauf achten, wie Warsh die aktuelle Inflationslage beschreibt und ob er Zinserhöhungen im laufenden Jahr signalisiert. Der jüngste Bericht der Fed stellte fest, dass sich die US-Inflation in diesem Frühjahr weiter verschärft hat, wobei Zölle, steigende Energiekosten infolge des Konflikts im Nahen Osten und erhöhte Investitionen in die KI-Infrastruktur den Preisdruck nach oben trieben. Der von der Fed bevorzugte Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) liegt weiterhin etwa doppelt so hoch wie das Ziel von 2 %, während die Arbeitslosenquote im Juni bei 4,2 % verharrte, was darauf hindeutet, dass sich der Arbeitsmarkt noch nicht wesentlich verschlechtert hat.

Der zweite interessante Punkt ist, ob Warsh weiterhin eine Forward Guidance zu den Zinssätzen verweigern wird. Warsh hat zuvor erklärt, dass sich die Fed nicht im Voraus auf einen künftigen politischen Kurs festlegen, sondern Entscheidungen auf der Grundlage von Echtzeit-Wirtschaftsdaten treffen sollte. Selbst wenn er die nächste Sitzung also nicht explizit anspricht, wird der Markt seine geldpolitische Haltung dennoch anhand von Formulierungen wie „Inflationsrisiken“, „Restriktivität der Politik“ und „Geduld“ beurteilen.

Darüber hinaus hat Warsh fünf Arbeitsgruppen eingerichtet, um die geldpolitische Kommunikation, die Bilanz, die Wirtschaftsdaten, künstliche Intelligenz und Produktivität sowie das Inflationsrahmenwerk zu untersuchen. Ob diese Reformen die künftigen Entscheidungsfindungs- und Kommunikationsmethoden der Fed verändern werden, bleibt ebenfalls abzuwarten. Es ist damit zu rechnen, dass die Abgeordneten ihn zur Unabhängigkeit der Fed, zur Bilanzpolitik und zu den Reformplänen befragen werden.

Was die Märkte betrifft: Sollte Warsh deutlichere Zinserhöhungssignale senden, könnten die Renditen von US-Staatsanleihen und der US-Dollar steigen, was US-Aktien und Gold unter Druck setzen würde. Zeigt er sich hingegen vorsichtiger und betont die Notwendigkeit, auf weitere Daten zu warten, könnten sich die Markterwartungen für eine Zinserhöhung im Juli abkühlen, wovon Aktien und Gold ( XAUUSD) sowie andere Risikoanlagen profitieren würden.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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