Die Dow Jones-Futures verlieren 0,12 % und notieren während des europäischen Handels am Montag bei rund 52.840. Unterdessen fallen die S&P 500-Futures und Nasdaq 100-Futures um 0,45 % bzw. 1,30 % und handeln nahe 7.580 bzw. 29.640.
Die US-Aktien-Futures geben nach, da die Nachfrage nach sicheren Häfen angesichts der sich verschärfenden Spannungen im Nahen Osten steigt. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) startete am Sonntagabend weitere Luftangriffe auf den Iran, nachdem es in einem Zeitraum von drei Nächten mehr als 300 Ziele getroffen hatte, darunter 140 am Samstag. Ziel ist es, die Fähigkeit Irans zu neutralisieren, zivile Schiffe auf wichtigen Wasserwegen anzugreifen. Diese militärische Eskalation hat Washington und Teheran zu widersprüchlichen Erklärungen veranlasst, ob die strategische Meerenge für den Schiffsverkehr offen bleibt.
Darüber hinaus schüren höhere Ölpreise neue Ängste vor Inflation und einer verlängerten Phase hoher Zinsen durch die Federal Reserve (Fed). Die Händler rechnen mit einer weiteren Zinserhöhung der Fed vor Jahresende; die Geldpolitik bleibt ein entscheidender Markttreiber. Folglich richten sich alle Blicke am Dienstag auf Fed-Chef Kevin Warsh, der seinen mit Spannung erwarteten ersten offiziellen Auftritt vor dem US-Kongress haben wird.
Die Anleger bereiten sich auf eine arbeitsreiche Woche vor, in der sie einen umfangreichen Berichtskalender der Unternehmen mit den steigenden Spannungen im Nahen Osten in Einklang bringen müssen. Große US-Banken wie JPMorgan Chase, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Bank of America, Citigroup und Wells Fargo werden zusammen mit Konzernen wie Johnson & Johnson, GE Aerospace, UnitedHealth Group, Intuitive Surgical und Netflix ihre Quartalsergebnisse vorlegen.
Gleichzeitig richtet sich die Marktaufmerksamkeit auf die US-Verbraucherpreisindex (VPI)-Daten am Dienstag, um Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve zu erhalten. Für den Juni wird erwartet, dass der Gesamt-VPI um 0,1 % im Monatsvergleich sinkt, während der Kern-VPI voraussichtlich um 0,3 % steigt.
Der Dow Jones Industrial Average, einer der ältesten Aktienindizes der Welt, setzt sich aus 30 der am häufigsten gehandelten US-Unternehmen zusammen. Er ist kursgewichtet, was ihm Kritik einbrachte, da er weniger repräsentativ ist als breitere Indizes wie der S&P 500.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) wird von vielen Faktoren beeinflusst. Haupttreiber sind die Unternehmensgewinne, die in den Quartalsberichten der im Index vertretenen Unternehmen offengelegt werden. Auch makroökonomische Daten aus den USA und weltweit tragen zur Anlegerstimmung bei. Zinssätze, die von der Federal Reserve festgelegt werden, haben ebenfalls Einfluss auf den DJIA, da sie die Kreditkosten beeinflussen, auf die viele Unternehmen stark angewiesen sind.
Die Dow-Theorie, entwickelt von Charles Dow, ist eine Methodik zur Identifizierung von Markttrends. Dabei wird die Richtung des Dow Jones Industrial Average (DJIA) und des Dow Jones Transportation Average (DJTA) verglichen. Beide Indizes müssen in dieselbe Richtung tendieren, um einen Trend zu bestätigen. Die Theorie unterscheidet drei Phasen: Akkumulation, öffentliche Teilnahme und Distribution.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) kann auf verschiedene Weise gehandelt werden. Eine Möglichkeit sind börsengehandelte Fonds (ETFs), die es Anlegern ermöglichen, den DJIA als einzelnes Wertpapier zu handeln, ohne Aktien aller 30 im Index enthaltenen Unternehmen zu kaufen. Ein bekanntes Beispiel ist der SPDR Dow Jones Industrial Average ETF (DIA). DJIA-Futures-Kontrakte ermöglichen es Händlern, auf den zukünftigen Wert des Index zu spekulieren, während Optionen das Recht bieten, den Index zu einem festgelegten Preis in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Investmentfonds bieten eine diversifizierte Anlagemöglichkeit, indem sie ein Portfolio von DJIA-Aktien abbilden.