Das Paar USD/CAD verliert während der asiatischen Handelsstunden am Donnerstag an Boden und notiert nahe 1,4165. Ein Anstieg der Rohölpreise bietet dem rohstoffgebundenen kanadischen Dollar (CAD) gegenüber dem US-Dollar (USD) etwas Unterstützung. Händler warten später am Donnerstag auf den wöchentlichen US-Bericht zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe.
Axios berichtete, dass die US-Angriffe mit Marschflugkörpern eine Eisenbahnlinie in der Provinz Golestan im Nordosten Irans nahe der Grenze trafen. Es war der erste US-Angriff auf iranische Infrastruktur seit Inkrafttreten des Waffenstillstands. Iran erklärte, dass mehrere US-Artilleriegranaten am frühen Donnerstag eine Eisenbahnbrücke westlich von Aghala in Golestan trafen und mehrere Explosionen auslösten.
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump gesagt, ein Zwischenabkommen zur Beendigung des Krieges mit Iran sei „vorbei“. Der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, warnte Washington, dass jede US-Militäraktion eine Vergeltung nach sich ziehen werde. Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein bedeutender Ölexporteur ist und hohe Rohölpreise im Allgemeinen positive Auswirkungen auf den Loonie haben.
„Der CAD hat sich durch die nächtliche Volatilität relativ gut gehalten“, erklärten Shaun Osborne und Eric Theoret, Strategen bei Scotiabank, in einer Notiz. „Die negative CAD-Stimmung lässt nach, aber der Spot bleibt recht hoch.“
Die Bank of Canada (BoC) entschied auf ihrer geldpolitischen Sitzung im Juni, den Leitzins für Übernachtkredite bei 2,25 % zu belassen, was die fünfte Zinspause in Folge bedeutet. Händler sehen laut Daten vom Swap-Markt eine etwa 60%ige Wahrscheinlichkeit, dass die BoC die Zinsen in diesem Jahr anheben wird, gegenüber 40 % am Dienstag.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.