Gold (XAU/USD) schafft es nicht, den vorherigen Bounce aus dem Bereich von 4.020 USD, einem Ein-Wochen-Tief, zu nutzen, und oszilliert während der asiatischen Sitzung am Donnerstag in einer engen Spanne. Der US-Dollar (USD) bleibt in Abwesenheit einer nennenswerten hawkishen Wende im FOMC-Protokoll auf der Rückseite und wirkt als Rückenwind für das Bullion. Erneute US-iranische Feindseligkeiten beleben jedoch die Inflationsängste und stärken die Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) im Jahr 2026. Dies hilft, die Abwärtsbewegung des USD zu begrenzen und schwächt weiterhin das renditeschwache gelbe Metall.
Die Protokolle der FOMC-Sitzung vom 16. bis 17. Juni, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, zeigten, dass die Entscheidungsträger hinsichtlich der Zinsentwicklung uneins waren. Weiterhin wurde festgestellt, dass viele Teilnehmer angaben, dass das angemessene Niveau des Leitzinses am Ende dieses Jahres innerhalb oder leicht unter der aktuellen Zielspanne liegen würde. Dies kommt zusätzlich zum schwachen US Nonfarm Payrolls (NFP) Bericht vom vergangenen Donnerstag und ändert wenig an den Wetten auf Fed-Zinserhöhungen. Fed-Vertreter wiesen jedoch darauf hin, dass das Aufwärtsrisiko für die Inflation erhöht bleibt und eine gewisse Straffung der Geldpolitik wahrscheinlich erforderlich sei, um die Inflation auf 2 % zurückzuführen.
Darüber hinaus preisen Händler weiterhin eine etwa 70%ige Wahrscheinlichkeit ein, dass die US-Notenbank im September die Kreditkosten anheben wird. Dies, zusammen mit einer weiteren Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran, hält die USD-Bären davon ab, aggressive Wetten zu platzieren. In der jüngsten Entwicklung startete das US-Militär eine neue Welle von Angriffen gegen den Iran als Vergeltung für Teherans Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus. Der Iran reagierte, indem er kontinuierlich US-Militärstützpunkte und Vermögenswerte in Bahrain und Kuwait angriff. Hinzu kommt, dass US-Präsident Donald Trump am Mittwoch erklärte, der Waffenstillstand mit dem Iran sei nun beendet.
Der oben genannte fundamentale Hintergrund begünstigt die USD-Bullen, was darauf hindeutet, dass jeder Erholungsversuch beim Goldpreis eher verkauft wird und begrenzt bleibt. Händler blicken nun gespannt auf die Veröffentlichung der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus den USA, die zusammen mit Reden einflussreicher FOMC-Mitglieder die USD-Nachfrage antreiben werden. Der Fokus wird jedoch weiterhin auf der Nahost-Saga liegen, die die Volatilität an den globalen Finanzmärkten weiter befeuern und bedeutende Handelsmöglichkeiten rund um das Edelmetall schaffen könnte.
Aus technischer Sicht behält das XAU/USD-Paar eine kurzfristig bärische Tendenz unterhalb des 200-Tage Simple Moving Average (SMA) und innerhalb eines absteigenden parallelen Kanals bei. Unterdessen ist der Moving Average Convergence Divergence (MACD) positiv geworden, und der Relative Strength Index (RSI) liegt bei 40,26, nachdem er sich nur moderat aus dem überverkauften Bereich erholt hat. Dies deutet darauf hin, dass jeder Rebound auf starken Widerstand am oberen Kanalrand nahe 4.247,94 USD stoßen würde.
Ein nachhaltiger Ausbruch über die Kanalbarriere wäre erforderlich, um den aktuellen bärischen Druck zu verringern, vor einer stärkeren Barriere am 200-Tage-SMA bei rund 4.492,08 USD. Auf der Unterseite stellt die untere Begrenzung des absteigenden Kanals bei 3.811,93 USD die nächste bedeutende Unterstützung dar, an der die Bullen den breiteren Aufwärtstrend verteidigen würden, falls sich die laufende Korrektur ausweitet.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.