Das Währungspaar EUR/GBP notiert während der frühen europäischen Handelsstunden am Dienstag im negativen Bereich um 0,8605. Der Euro (EUR) bleibt gegenüber dem Britischen Pfund (GBP) trotz der positiven deutschen Einzelhandelsumsatzdaten schwach. Händler werden weitere Hinweise aus der vorläufigen Veröffentlichung des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) Deutschlands für Juni erwarten, die später am Dienstag ansteht.
Von Destatis am Dienstag veröffentlichte Daten zeigten, dass die deutschen Einzelhandelsumsätze, ein wichtiger Indikator für die Konsumausgaben, im Mai im Jahresvergleich um 1,8 % gestiegen sind, gegenüber einem Rückgang von 0,6 % zuvor (revidiert von -0,3 %). Diese Zahl lag über den Markterwartungen von 0 %.
Auf Monatsbasis stieg die Konsumausgabenkennziffer im Mai um 1,1 %, verglichen mit einem Rückgang von 0,4 % im April (revidiert von -0,3 %), und lag damit über der Prognose von -0,1 %.
Die Märkte haben die Erwartungen an künftige Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) in diesem Jahr zurückgeschraubt, da die Energiepreise nachgeben. Oxford Economics und Capital Economics gehen davon aus, dass die EZB die Zinssätze nicht weiter anheben wird, obwohl Händler weiterhin mit einer weiteren Viertelpunktanhebung rechnen, die den Einlagensatz auf 2,50 % bringen würde.
Der voraussichtlich nächste Premierminister Großbritanniens versprach am Montag, radikale Veränderungen in der Politik des Landes umzusetzen, indem er den Regionen mehr Macht überträgt und Zusammenarbeit statt Streit fördert, in einer zehnjährigen Mission, um „gutes“ Wachstum anzukurbeln. Händler werden die Wahl des Finanzministers genau beobachten, da diese für die Aussichten sowohl des Pfunds als auch des Gilt-Marktes entscheidend sein könnte. Burnham sagte, dass alle Wirtschaftspläne „von Disziplin getragen“ und den aktuellen fiskalischen Regeln entsprechen würden.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.