Joachim Nagel, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB) und Präsident der Deutschen Bundesbank, sagte während der europäischen Handelssitzung am Dienstag, dass die Inflationsrisiken in der Eurozone nicht verschwunden seien und verwies darauf, dass die Lage im Nahen Osten weiterhin „sehr undurchsichtig“ sei.
Die Inflation wird deutlich über dem Ziel bleiben.
Wahrscheinlichkeit, dass die Inflation auf einem erhöhten Niveau bleibt.
Zu früh, um eine Entscheidung über Zinserhöhungen zu treffen.
Der Rückgang der Energiepreise war eine Überraschung.
Keine unmittelbare Auswirkung auf den Euro (EUR) nach den Äußerungen von EZB-Ratsmitglied Nagel. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert EUR/USD 0,15 % tiefer bei rund 1,1400.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.