Der Goldpreis (XAU/USD) fällt am Dienstag im frühen asiatischen Handel auf rund 4.015 USD. Das Edelmetall setzt seinen Abwärtstrend fort, da der Inflationsdruck die Erwartungen verstärkt hat, dass die Zentralbanken die Zinssätze länger höher halten werden.
CNBC berichtete am Montag, dass die Vereinigten Staaten und der Iran am Dienstag in Doha, Katar, neue Gespräche führen werden, nachdem es am Wochenende zu Feindseligkeiten im Nahen Osten gekommen war. Die Unsicherheit bleibt jedoch hoch, und es gab keine Reaktion vom iranischen Außenministerium.
„Der Markt ist auf die Schlagzeilen aus dem Nahen Osten eingestellt, (mit) einem Anstieg der Spannungen am Wochenende und passt sich weiterhin an eine hawkischere Fed-Haltung an“, sagte Peter Grant, Vizepräsident und leitender Metallstratege bei Zaner Metals.
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) entschied sich auf ihrer Sitzung im Juni, die Zinssätze unverändert zu lassen, doch die Entscheidungsträger erwarten eine Zinserhöhung später in diesem Jahr angesichts wachsender Sorgen über die Inflation, die über dem 2%-Ziel der US-Zentralbank liegt. Es ist erwähnenswert, dass Gold oft als Absicherung gegen Inflation verwendet wird, aber keine Zinsen abwirft, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Die Händler warten am Mittwoch auf die US-ADP-Beschäftigungsdaten und am Donnerstag auf den US Nonfarm Payrolls (NFP) Bericht, um weitere Hinweise auf die geldpolitische Haltung der Fed zu erhalten. Sollte der Beschäftigungsbericht ein stärker als erwartetes Ergebnis zeigen, könnte dies die länger anhaltende hawkische Haltung der Fed stützen und den Goldpreis belasten. Andererseits könnten Anzeichen einer Schwächung des US-Arbeitsmarktes den US-Dollar (USD) belasten und den auf USD lautenden Rohstoffpreis kurzfristig stützen.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.