Der Goldpreis (XAU/USD) fällt am Montag um etwa 1,50 %, da sich die Risikoappetit nach der Einstellung der Feindseligkeiten zwischen den USA und Iran am Wochenende verbessert, die die Verhandlungen und den Ölfluss durch die Straße von Hormus zu gefährden drohten. Das XAU/USD-Paar notiert bei 4.021 USD nach einem Tageshoch von 4.088 USD.
Das gelbe Metall bleibt angesichts stabiler US-Staatsanleiherenditen in der Defensive. Der US-Dollar-Index (DXY), der den US-Dollar gegenüber sechs anderen Währungen misst, liegt fast 0,30 % niedriger bei 101,10, während die Goldpreise offenbar bereit sind, ihre Verluste in Richtung 4.000 USD auszudehnen.
Die Spannungen im Nahen Osten stiegen, als Teheran und Washington am Wochenende nahe der Straße von Hormus Feuer austauschten, was die Schifffahrtsrouten störte und das Friedensabkommen gefährdete.
In der Zwischenzeit sollen die Gespräche zwischen den USA und Iran nach der Einstellung der Feindseligkeiten wieder aufgenommen werden, sagte ein US-Beamter am Sonntag.
Abgesehen davon liegt der Fokus der Händler auf dem US-Wirtschaftskalender, wobei der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh beim Sintra-Symposium der Europäischen Zentralbank (EZB) in Portugal auftreten wird. Zudem warten die Anleger auf US-Daten, insbesondere die Nonfarm Payrolls für Juni, die voraussichtlich Hinweise darauf geben werden, was die Federal Reserve als Nächstes tun könnte, angesichts des Mangels an Forward Guidance der US-Notenbank.
Weitere Daten wie der ISM Manufacturing PMI, die Job Openings and Labor Turnover Survey (JOLTS) und die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung werden den Status des Arbeitsmarktes aktualisieren, der laut Fed-Beamten solide bleibt.
Die Geldmärkte preisen eine Fed-Verschärfung von 34 Basispunkten ein, wobei die erste Zinserhöhung im September erwartet wird, mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 64 %, laut Daten von Prime Terminal. Für die bevorstehende Juli-Sitzung wird erwartet, dass die Fed die Zinsen hält.

Am Dienstag steht im US-Wirtschaftskalender der JOLTS-Bericht an, der voraussichtlich zeigen wird, dass die offenen Stellen von 7,618 Millionen im April auf 7,3 Millionen im Mai zurückgegangen sind. Weitere erwartete Daten sind der Chicago PMI und das Verbrauchervertrauen vom Conference Board (CB).
Gold bildet nach einem Rückgang von rund 4.400 USD Mitte Juni in Richtung des Jahrestiefs (YTD) von 3.959 USD ein bearishes Harami-Kerzenmuster aus.
Der Relative Strength Index (RSI) zeigt, dass die Verkäufer das Sagen haben und weitere Verluste wahrscheinlich sind.
Wenn XAU/USD die psychologische Marke von 4.000 USD durchbricht, würden Händler das Tagestief vom 26. Juni bei 3.983 USD testen. Unterhalb dieses Niveaus wäre die nächste Unterstützung das Jahrestief, gefolgt von der psychologischen Marke bei 3.950 USD vor 3.900 USD.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim Hoch vom 26. Juni bei 4.096 USD, gefolgt von 4.100 USD. Wird dieses Niveau überwunden, wäre die nächste Station das Hoch vom 24. Juni bei 4.115 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.