TradingKey - Am 29. Juni Ortszeit (US-Ostküstenzeit) verzeichnete Cerebras Systems ( CBRS) einen zeitweisen Anstieg von über 20 %. Bei Redaktionsschluss lag die Aktie mit 19,36 % im Plus bei 216,75 USD. Die jüngste Offenlegung des Portfolios von Cathie Wood, CEO und CIO von Ark Invest, zeigte, dass sie am vergangenen Freitag mehr als 20.000 CBRS-Aktien hinzukaufte, was ihren anhaltenden Optimismus für den KI-Chip-Sektor widerspiegelt.
Berichten zufolge ist der Aktienkurs des KI-Chip-Unternehmens, das weithin als Konkurrent von Nvidia gilt, seit dem Börsengang um rund 40 % gefallen und erreichte am vergangenen Freitag ein Allzeittief von 160,81 USD.

[Quelle: TradingView]
Der Hauptgrund für das neue Kurstief liegt darin, dass das Unternehmen in seinem ersten Quartalsbericht seit dem Börsengang prognostizierte, dass sich seine Kern-Bruttomarge im zweiten Quartal drastisch auf 36 % bis 38 % verengen würde, verglichen mit 46,5 % im ersten Quartal. Zudem wird für das Gesamtjahr eine operative Kernmarge zwischen -28 % und -32 % erwartet. Anleger zeigten sich von diesem Ausblick enttäuscht, was eine Verkaufswelle auslöste.
Trotz einiger Marktbedenken hinsichtlich der Bruttomargen des Unternehmens lautet das Konsensurteil der 10 Analysten, die die Aktie beobachten, weiterhin „Kaufen“. Nach der Bekanntgabe der Zahlen hoben Morgan Stanley und UBS ihre Kursziele auf 273 USD beziehungsweise 320 USD an und bekräftigten beide ihre bullishe Einschätzung. Unterdessen nahm Citi die Bewertung der Aktie mit einer „Kaufen“-Empfehlung auf und setzte mit 340 USD das höchste Kursziel an der Wall Street an, was einem Aufwärtspotenzial von rund 90 % gegenüber dem aktuellen Kurs entspricht.
Zugleich legen Marktanalysen nahe, dass Cerebras vor dem Hintergrund einer sich verknappenden Speicherversorgung weniger stark betroffen ist, da das Unternehmen auf SRAM anstelle von HBM setzt. Dies versetzt das Unternehmen in die Lage, trotz branchenweiter Kapazitätsengpässe zusätzliche Leistungssteigerungen zu erzielen. Aus dieser Perspektive wird ein sich verschärfender Speichermangel den Wettbewerbsvorteil von Cerebras nur noch weiter vergrößern und dem Unternehmen helfen, zusätzliche Marktanteile zu gewinnen.
Experten zufolge wird die KI-Leistung derzeit nicht mehr primär durch die reine Rechenleistung limitiert, sondern vielmehr durch die Effizienz des Datentransfers innerhalb des Speichersystems. Das Design der Speicherhierarchie-Architektur hat sich somit zum entscheidenden Schlüssel für die Systemleistung entwickelt.
Während etablierte GPU-Designs derzeit auf HBM setzen, um die Rechenleistung schnell zu skalieren, sind sie dadurch auch stark von der knappen HBM-Speicherstapelung (Memory Stacking) und hochentwickelten Packaging-Kapazitäten abhängig. Infolgedessen kommt es in der gesamten Lieferkette zu strategischen Engpässen, die weiterhin das zentrale Nadelöhr für den Ausbau der KI-Rechenkapazitäten darstellen.
Cerebras hingegen bricht mit dem traditionellen technischen GPU-Konzept und nutzt eine Wafer-Scale-Architektur, um die Logik des Speicherlayouts grundlegend neu zu gestalten: SRAM ist hier kein kleiner, separater Cache mehr, der an einzelne Rechenkerne gekoppelt ist. Stattdessen ist er gleichmäßig über den gesamten Wafer verteilt und wird von einem globalen Netzwerk aus Recheneinheiten gemeinsam genutzt, was das Ausführungsmodell von KI-Berechnungen von Grund auf revolutioniert.