Die Beschäftigung im privaten Sektor in den Vereinigten Staaten ist im Mai um 122.000 gestiegen, wie die Automatic Data Processing (ADP) am Mittwoch berichtete. Dieser Wert folgte auf den Anstieg von 105.000 im April und lag über der Markterwartung von 117.000.
Zu den Ergebnissen des Berichts sagte Dr. Nela Richardson, Chefökonomin bei ADP: „Die Einstellungen waren im Mai breiter gefächert als in den letzten Jahren. Der Arbeitsmarkt zeigt weiterhin ein anhaltendes Momentum in die Sommer-Einstellungssaison hinein.“
Die stärker als erwarteten Beschäftigungsdaten im US-Privatsektor helfen dem US-Dollar (USD), seine Stärke gegenüber seinen wichtigsten Konkurrenten in der frühen US-Handelssitzung zu bewahren. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der USD-Index mit 0,16 % im Plus bei 99,38.
Die folgende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung von US-Dollar (USD) gegenüber den aufgeführten Hauptwährungen diese woche. US-Dollar war am stärksten gegenüber dem Neuseeländischer Dollar.
| USD | EUR | GBP | JPY | CAD | AUD | NZD | CHF | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| USD | 0.39% | 0.11% | 0.30% | 0.40% | 0.14% | 1.29% | 1.08% | |
| EUR | -0.39% | -0.29% | -0.09% | 0.01% | -0.25% | 0.92% | 0.72% | |
| GBP | -0.11% | 0.29% | 0.21% | 0.30% | 0.03% | 1.21% | 0.96% | |
| JPY | -0.30% | 0.09% | -0.21% | 0.12% | -0.13% | 1.00% | 0.76% | |
| CAD | -0.40% | -0.01% | -0.30% | -0.12% | -0.28% | 0.88% | 0.66% | |
| AUD | -0.14% | 0.25% | -0.03% | 0.13% | 0.28% | 1.18% | 0.95% | |
| NZD | -1.29% | -0.92% | -1.21% | -1.00% | -0.88% | -1.18% | -0.25% | |
| CHF | -1.08% | -0.72% | -0.96% | -0.76% | -0.66% | -0.95% | 0.25% |
Die Heatmap zeigt die prozentuale Entwicklung der wichtigsten Währungen im Vergleich zueinander. Die Basiswährung wird aus der linken Spalte ausgewählt, während die Notierungswährung aus der oberen Zeile ausgewählt wird. Wenn Sie zum Beispiel US-Dollar aus der linken Spalte auswählen und sich entlang der horizontalen Linie zum Japanischer Yen bewegen, wird die prozentuale Veränderung in der Box als USD (Basis)/JPY (Notierungswährung) angezeigt.
Die positiven Arbeitsmarktbedingungen deuten darauf hin, dass die Federal Reserve (Fed) weiterhin auf die Kontrolle der Inflation fokussiert bleiben könnte, wobei die Märkte nun eine etwa 60%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der US-Notenbank mindestens einmal bis Ende 2026 einpreisen.
In Kombination mit der starken Nachfrage nach sicheren Anlagen aufgrund der Unsicherheit im Zusammenhang mit dem US-Iran-Konflikt stützen die hawkishen Fed-Erwartungen den US-Dollar (USD) vor dem wichtigen offiziellen Beschäftigungsbericht am Freitag, der einen Anstieg der Nonfarm Payrolls im Mai um 85.000 prognostiziert.
Der Arbeitsmarkt gilt als entscheidender Indikator für die wirtschaftliche Stabilität eines Landes und beeinflusst maßgeblich den Wert einer Währung. Hohe Beschäftigung und geringe Arbeitslosigkeit tragen zu einer starken Binnennachfrage bei und stützen das Wirtschaftswachstum, was wiederum die Landeswährung stärkt. Ein besonders angespannter Arbeitsmarkt – also ein Mangel an Arbeitskräften – kann zudem inflationsfördernd wirken, da steigende Löhne bei knappen Arbeitskräften oft die Folge sind, was die Geldpolitik beeinflusst.
Das Lohnwachstum in einer Volkswirtschaft ist ein entscheidender Indikator für die Geldpolitik. Steigende Löhne bedeuten mehr Konsumausgaben, was in der Regel die Preise antreibt. Im Gegensatz zu volatilen Preistreibern wie Energie gilt das Lohnwachstum als stabiler Inflationsfaktor, da Gehaltserhöhungen schwer zurückgenommen werden können. Zentralbanken achten daher stark auf Lohnwachstumsdaten bei der Festlegung ihrer geldpolitischen Maßnahmen.
Das Gewicht, das Zentralbanken den Arbeitsmarktbedingungen beimessen, variiert je nach ihren Zielen. Einige Institutionen haben explizit erweiterte Mandate, die über die reine Inflationskontrolle hinausgehen und den Arbeitsmarkt betreffen. So verfolgt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) das doppelte Ziel, sowohl maximale Beschäftigung als auch stabile Preise zu fördern. Im Gegensatz dazu konzentriert sich die Europäische Zentralbank (EZB) ausschließlich darauf, die Inflation im Zaum zu halten. Dennoch spielen die Entwicklungen am Arbeitsmarkt für alle Notenbanken eine zentrale Rolle, da sie ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Gesamtlage sind und in enger Verbindung mit der Inflationsentwicklung stehen.