Gold (XAU/USD) notiert am Mittwoch tiefer, da eskalierende Spannungen im Nahen Osten die Hoffnungen auf einen kurzfristigen US-Iran-Friedensdeal dämpfen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts liegt XAU/USD bei rund 4.455 USD und damit bisher in dieser Woche fast 1,85 % im Minus.
Das US Central Command teilte mit, dass amerikanische Streitkräfte am Dienstag mehrere iranische ballistische Raketen und Drohnen abgefangen haben, die Kuwait und Bahrain anvisierten. Als Reaktion darauf führten US-Streitkräfte Angriffe auf eine iranische militärische Bodensteuerungsstation auf der Insel Qeshm in der Straße von Hormus durch.
Unterdessen wies US-Präsident Donald Trump Berichte der iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim zurück, wonach die Gespräche ins Stocken geraten seien.
Trump sagte am Mittwoch, dass der Iran zugestimmt habe, keine Atomwaffe zu besitzen, berichtete Reuters. Er fügte hinzu, dass Irans Oberster Führer, Ayatollah Mojtaba Khamenei, in Gespräche mit den Vereinigten Staaten eingebunden sei.
Die Händler bevorzugen weiterhin den US-Dollar (USD), da die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran unklar bleiben und die Spannungen im Nahen Osten anhalten, während die Blockade rund um die Straße von Hormus die Ölpreise hoch hält.
Das aktuelle makroökonomische Umfeld setzt die traditionelle defensive Attraktivität von Gold unter Druck, da sich die Märkte zunehmend auf die inflationsfördernde Wirkung höherer Energiepreise konzentrieren.
Infolgedessen erwarten die Händler nun, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze für den Rest des Jahres unverändert lässt, während sie eine etwa 40-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) bei der Sitzung im Dezember einpreisen.
Ein Umfeld höherer Zinssätze verringert tendenziell die Attraktivität von nicht-verzinslichen Vermögenswerten wie Gold. Die hawkishe Neubewertung unterstützt zudem den US-Dollar und treibt die Renditen von Staatsanleihen nach oben, was zusätzlichen Druck auf das Edelmetall ausübt.
Im wirtschaftlichen Kalender stiegen die US-ADP-Beschäftigungszahlen im Mai um 122.000 von 105.000 im April und übertrafen damit die Markterwartungen von 117.000. Es war zudem der höchste Wert seit März 2025. Die Händler warten nun auf die US-ISM-Dienstleistungs-Einkaufsmanagerindex (PMI)-Daten, die später in der amerikanischen Sitzung veröffentlicht werden.

Im Tageschart hält sich XAU/USD unter dem Simple Moving Average (SMA) der Bollinger Bands-Mittelachse bei etwa 4.568 USD, was den kurzfristigen Ton bärisch hält, da der Preis zur unteren Hälfte der jüngsten Volatilitätsbandbreite tendiert.
Der Relative Strength Index (RSI) bei rund 40 deutet auf ein gedämpftes bullishes Momentum hin, anstatt auf eine klare überverkaufte Situation, während der Average Directional Index (ADX) nahe 25 auf einen Trend hindeutet, der an Stärke gewinnt, aber noch nicht in einer stark ausgeprägten Richtungsphase ist.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand an der SMA-Mittellinie der Bollinger Bands nahe 4.568 USD, wobei das obere Band bei etwa 4.751 USD als sekundäre Begrenzung fungiert, falls Käufer einen Rebound versuchen.
Auf der Unterseite bietet das untere Bollinger Band bei rund 4.385 USD die erste nennenswerte Unterstützung, und ein klarer Bruch unter diese Zone würde den Weg für tiefere Korrekturverluste öffnen, da sich die breitere Volatilitätsstruktur nach unten verschiebt.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.