AUD/JPY hat die jüngsten Gewinne vom Vortag abgegeben und notiert am Dienstag in den frühen europäischen Handelsstunden um 113,40. Das Währungspaar wertet ab, da der Australische Dollar (AUD) gedämpft bleibt, nachdem die Protokolle der Sitzung der Reserve Bank of Australia (RBA) darauf hinwiesen, dass der Konflikt im Nahen Osten die Inflationsdruck verstärken und das Wirtschaftswachstum schwächen könnte.
Nach Angaben von Reuters erklärte Sarah Hunter, stellvertretende Gouverneurin der RBA, am Dienstag, dass die Zentralbank besorgt sei, dass höhere Energiekosten aufgrund der angespannten heimischen Wirtschaft schnell in die Verbraucherpreise einfließen könnten, was möglicherweise eine bedeutende Verschiebung der Inflationserwartungen verursache.
Die Abwärtsbewegung des Währungspaares AUD/JPY könnte begrenzt sein, da der japanische Yen (JPY) trotz stärker als erwarteter vorläufiger Wirtschaftswachstumsdaten aus Japan Verluste hält. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Japans wuchs im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 %, nach einer nach unten revidierten Wachstumsrate von 0,2 % im letzten Quartal 2025 und übertraf damit die Markterwartungen von 0,4 %. Dies stellte die stärkste vierteljährliche Expansion seit dem dritten Quartal 2024 dar.
Unterdessen expandierte die japanische Wirtschaft im ersten Quartal mit einer annualisierten Rate von 2,1 %, nach einer nach unten revidierten Wachstumsrate von 0,8 % im Vorquartal und übertraf die Markterwartungen von 1,7 %, was das schnellste Wachstumstempo seit sechs Quartalen markiert.
Japans Wirtschaftsminister Minoru Kiuchi sagte am Dienstag, die Regierung werde schnell reagieren und dabei die wirtschaftlichen Auswirkungen des Nahost-Konflikts und der Preissteigerungen auf Haushalte und Unternehmen beobachten.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) legt die Geldpolitik des Landes fest und strebt eine Inflationsrate von 2-3 % an. Zinssatzerhöhungen stärken in der Regel den australischen Dollar, während Zinssenkungen ihn schwächen.
Traditionell galt Inflation als nachteilig für Währungen, da sie den Wert des Geldes mindert. In modernen Volkswirtschaften hat sich jedoch gezeigt, dass moderate Inflation zu Zinserhöhungen durch Zentralbanken führt, was wiederum Kapitalzuflüsse aus dem Ausland anzieht. Investoren suchen nach höheren Renditen, was die Nachfrage nach der lokalen Währung – im Fall Australiens den Australischen Dollar – stärkt.
Makroökonomische Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der Einkaufsmanagerindex (PMI) haben direkten Einfluss auf die Währungen eines Landes. Eine starke Wirtschaft zieht Kapital an und stärkt die heimische Währung.
Quantitative Lockerung (QE) ist ein geldpolitisches Instrument, das in Krisenzeiten eingesetzt wird, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um die Kreditvergabe in der Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die Reserve Bank of Australia (RBA) nutzt QE, indem sie australische Dollar druckt, um damit Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Finanzinstituten aufzukaufen. Damit wird den Banken dringend benötigte Liquidität zur Verfügung gestellt. Eine solche Maßnahme führt in der Regel zu einer Abwertung des australischen Dollars.
Quantitative Straffung (QT) stellt das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) dar und wird eingeleitet, sobald sich die Wirtschaft erholt und die Inflation wieder anzieht. Während die Reserve Bank of Australia (RBA) im Rahmen der QE Staats- und Unternehmensanleihen aufkauft, um den Finanzmärkten Liquidität zuzuführen, beendet sie bei QT diese Käufe und reinvestiert nicht in fällige Anleihen. Diese geldpolitische Maßnahme wird in der Regel als positiv für den australischen Dollar bewertet.