Die Analysten der Standard Chartered heben ihre Wachstumsprognose für Taiwan im Jahr 2026 deutlich an. Ökonom Tommy Wu erwartet nun ein Plus von 9,5 Prozent, nachdem zuvor 7,6 Prozent veranschlagt worden waren. Ausschlaggebend sind deutlich besser als erwartete BIP-Daten für das erste Quartal. Als zentrale Treiber gelten der anhaltende Boom im Bereich Künstliche Intelligenz sowie robuste Exportzahlen. Gleichzeitig profitiert der private Konsum von staatlichen Geldtransfers und einer durch Technologieaktien befeuerten Börsenrally. Die Notenbank dürfte den Leitzins nach Einschätzung der Experten unverändert bei 2 Prozent belassen, zugleich werden steigende Inflationsrisiken durch die starke Binnennachfrage gesehen.
„Wir heben unsere Wachstumsprognose für 2026 auf 9,5 Prozent (zuvor 7,6 Prozent) an, um den deutlich stärker als erwarteten BIP-Wert für das erste Quartal zu berücksichtigen.“
„Nach der vorläufigen Schätzung ist das BIP im ersten Quartal um 13,7 Prozent im Jahresvergleich (2,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal) gestiegen – das höchste Tempo seit 1987.“
„Wir erwarten, dass die Nachfrage im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz stark bleibt und das Wachstum Taiwans antreibt.“
„Gleichwohl dürfte sich das BIP-Wachstum im Jahresvergleich in der zweiten Jahreshälfte verlangsamen, da Basiseffekte die Exporte und die Wirtschaftsleistung, insbesondere im vierten Quartal, belasten.“
„Wir gehen weiterhin davon aus, dass die taiwanische Zentralbank (CBC) den Leitzins in diesem Jahr unverändert bei 2 Prozent belässt, wobei die K-förmige Entwicklung der Wirtschaft als begrenzender Faktor wirkt.“