Die Währungen der asiatischen Schwellenländer sind zuletzt unter Druck geraten. Wie Michael Wan von MUFG hervorhebt, belasten steigende reale US-Renditen, ein stärkerer Dollar und hohe Ölpreise die Marktstimmung. Besonders anfällig seien ölimportierende Länder wie Indien und die Philippinen sowie Indonesien, dessen Währung empfindlich auf US-Zinsbewegungen und innenwirtschaftliche Belastungen reagiert. Behörden in Indien und Sri Lanka haben bereits Maßnahmen ergriffen, um ihre Devisenreserven zu schützen.
„Die Währungen asiatischer Schwellenländer trugen die Hauptlast der Dollar-Stärke, höherer realer US-Renditen und gestiegener Energiepreise.“
„Dies gilt insbesondere für ölimportierende Länder wie die indische Rupie und den philippinischen Peso, die nun doppelt belastet werden – durch höhere Ölpreise und steigende US-Renditen. Hinzu kommen Währungen mit innenwirtschaftlichen Belastungen und hoher Sensibilität gegenüber US-Zinsen wie die indonesische Rupiah.“
„Der MSCI-Index für Schwellenländerwährungen schloss in der Woche bis zum 15. Mai um 0,9 Prozent niedriger und verzeichnete damit die schwächste Wochenentwicklung seit Anfang März.“
„Zusätzlichen Druck erzeugt, dass die 60-Tage-Korrelation zwischen Brent-Öl und dem Bloomberg-Dollar-Spot-Index Berichten zufolge 0,55 erreicht hat – der höchste Stand seit Einführung des Index im Jahr 2005. Das bedeutet, dass asiatische Ölimporteure gleichzeitig unter einem stärkeren Dollar und höheren Importkosten für Rohstoffe leiden.“
„Indien reagierte am Wochenende rasch zur Stützung der Rupie und verschärfte die Regeln für Silberimporte. Für die Einfuhr von Silberbarren ist nun eine vorherige Genehmigung der Regierung erforderlich. Sri Lanka verhängte unterdessen für drei Monate einen Importzuschlag von 50 Prozent auf private Fahrzeuge. Beide Länder verwiesen auf den Druck auf ihre Devisenreserven.“