Die Ökonominnen Julia Goh und Loke Siew Ting von United Overseas Bank berichten, dass die Gesamtinflation auf den Philippinen im März über das Ziel der Bangko Sentral ng Pilipinas gestiegen ist. Ausschlaggebend waren höhere Kosten für Transport, Strom und Lebensmittel sowie ein schwächerer philippinischer Peso (PHP). Die Expertinnen haben ihre Inflationsprognose für 2026 angehoben und erwarten weiterhin, dass die Notenbank ihren Leitzins am 23. April sowie bis ins erste Quartal 2027 hinein bei 4,25 Prozent belässt.
"Angesichts der Dauer und Schwere des Nahostkonflikts, die weiterhin ungewiss sind, während sich die philippinische Wirtschaft noch von den Folgen von Skandalen im Zusammenhang mit öffentlichen Bauprojekten erholt, gehen wir davon aus, dass die BSP angebotsseitigen Inflationsdruck weitgehend ausblenden und kurzfristig der Stabilisierung des inländischen Wachstums und der Beschäftigung Priorität einräumen wird."
"Bei ihrer außerplanmäßigen Sitzung des geldpolitischen Rates am 26. März räumte die BSP die begrenzte Wirksamkeit geldpolitischer Maßnahmen bei angebotsbedingter Inflation ein und signalisierte eine stärkere Fokussierung auf mögliche Zweitrundeneffekte, wobei die Kerninflation die kurzfristigen geldpolitischen Entscheidungen leiten dürfte."
"Vor diesem Hintergrund erwarten wir weiterhin, dass die BSP ihren Leitzins auf der Sitzung am 23. April unverändert bei 4,25 Prozent belassen wird."
"Vor dem Hintergrund des stärker als erwarteten Anstiegs der Inflation im März und der anhaltenden Störungen infolge des Nahostkonflikts heben wir unsere Inflationsprognose für das Gesamtjahr 2026 nun auf 5,5 Prozent an (zuvor 3,0 Prozent; BSP-Prognose: 5,1 Prozent; 2025: 1,7 Prozent). Basiseffekte aus dem Vorjahr sowie eine voraussichtlich anhaltende Schwäche des Peso dürften den Inflationsdruck zusätzlich verstärken."
"Kurzfristig werden nicht-monetäre Maßnahmen der Regierung – insbesondere zur Begrenzung der Preise für grundlegende Nahrungsmittel, Strom und den öffentlichen Nahverkehr – entscheidend sein, um die Inflation einzudämmen. Neben der Ausrufung eines nationalen Energienotstands und der Einführung verschiedener Gegenmaßnahmen in den vergangenen Wochen prüft die Regierung auch eine vorübergehende Aussetzung von Verbrauchssteuern auf Kraftstoffe, eine Überprüfung von Flughafenentgelten sowie eine Diversifizierung der Ölbezugsquellen."