Das Paar AUD/USD klettert während der frühen europäischen Handelsstunden am Mittwoch auf rund 0,7080, den höchsten Stand seit dem 20. März. Der Australische Dollar (AUD) legt gegenüber dem Greenback zu, da der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran eine breite Risikoaufschwungstimmung auslöst.
US-Präsident Donald Trump erklärte am späten Dienstag, dass er zugestimmt habe, „die Bombardierung und Angriffe auf den Iran für einen Zeitraum von zwei Wochen auszusetzen“, unter der Bedingung, dass der Iran die Straße von Hormus wieder öffnet. Unterdessen teilte das iranische Militär mit, dass es während des Waffenstillstands die Passage von Schiffen durch die strategisch wichtige Straße von Hormus koordinieren werde. Der pakistanische Premierminister hat Delegationen sowohl aus dem Iran als auch aus den USA nach Islamabad zu Verhandlungen am Freitag eingeladen.
Die Veröffentlichung des FOMC-Protokolls steht am Mittwoch im Mittelpunkt. Händler werden weitere Hinweise auf mögliche Anzeichen einer Änderung der Einschätzung der US-Notenbank (Fed) erwarten, insbesondere hinsichtlich des Zeitpunkts potenzieller Zinssenkungen. Hawkishe Äußerungen von Fed-Entscheidungsträgern könnten den Greenback beflügeln und dem Paar Gegenwind verleihen.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) hat auf ihrer Sitzung im März den offiziellen Leitzins (OCR) zur Bekämpfung der hartnäckigen Inflation auf 4,10 % angehoben. Die Markterwartungen für die Sitzung im Mai tendieren zu einer weiteren möglichen Zinserhöhung aufgrund steigender Ölpreise und eines angespannten Arbeitsmarktes. Analysten von Westpac rechnen damit, dass die RBA im Jahr 2026 drei weitere Zinserhöhungen vornehmen wird. Dies würde den Leitzins auf 4,85 % anheben, ein Niveau, das seit November 2008 nicht mehr erreicht wurde.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.