Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Philip Lane, warnte während der europäischen Handelszeiten auf der EZB- und Watchers-Konferenz an der Goethe-Universität in Frankfurt am Mittwoch vor höheren Inflationsdruck in der Eurozone in den nächsten zwei Monaten.
Wir werden bei jeder Sitzung das Szenario prüfen.
Der Rückgang des Verbrauchervertrauens war ziemlich groß.
Man kann einen Rückgang bei den Einkaufsmanagerindizes (PMIs) sehen.
Die Inflationserwartungen zeigen im ersten Jahr eine signifikante Wirkung, danach eine geringere.
Der Markt erwartet im März und April hohe Werte, danach normale.
Die Marktdynamik deutet auf einen Sprung im Preisniveau hin.
Das Verständnis der Verkaufspreiserwartungen wird wichtig sein.
Der Lohntracker ist ein guter Frühindikator für ausgehandelte Löhne.
EUR/USD bleibt trotz der hohen Inflationswarnungen von EZB-Lane weitgehend seitwärts um 1,1600
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.