Lagarde-Rede: Wirtschaft könnte sich schneller anpassen, wenn die Inflation steigt

Quelle Fxstreet

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, signalisierte auf der EZB- und Watchers-Konferenz an der Goethe-Universität in Frankfurt während der europäischen Handelszeiten am Mittwoch, dass die Zentralbank bereit für geldpolitische Anpassungen ist, falls sich die Inflation als stärker erweist.

Äußerungen

Der Handlungsbedarf wird größer, wenn Abweichungen von unserem Inflationsziel größer und hartnäckiger werden.

Wenn der Schock zu einer großen, aber nicht zu anhaltenden Überschreitung unseres Ziels führt, könnte eine maßvolle Anpassung der Politik gerechtfertigt sein.

Wir müssen frühzeitige Warnzeichen genau beobachten, dass sich der Schock in breiteren Inflationsdynamiken verankert.

Eine breite Weitergabe der Energiepreise ist eher die Ausnahme als die Regel.

Wir müssen erkennen, wann höhere Energiekosten das Risiko bergen, in eine breit angelegte Inflation überzugehen.

Es gibt heute Faktoren, die auf eine geringere Weitergabe als in 2021/22 hinweisen.

Angesichts der jüngsten Erfahrungen mit hoher Inflation könnte sich die Wirtschaft schneller anpassen.

Marktreaktion

Die Kommentare von EZB Lagarde scheinen einen leichten negativen Einfluss auf den Euro (EZB) zu haben. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt EUR/USD weitgehend unverändert um 1,1600.

EZB - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.

In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.

Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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