Commerzbank-Analyst Tatha Ghose berichtet, dass Ungarns Nationalbank (MNB) einen Lockerungszyklus eingeleitet und den Leitzins um 25 Basispunkte auf 6,25 Prozent gesenkt hat. Begründet worden sei der Schritt mit einer verbesserten Inflationsdynamik und stabilen Marktbedingungen. Ghose rechnet im kommenden Monat mit einer weiteren Senkung um 25 Basispunkte. Die Disinflation ermögliche eine Lockerung, ohne die Realzinsen zwangsläufig zu drücken oder den Forint zu belasten, auch wenn Wahlen für zusätzliche Schwankungen sorgen könnten.
„Die Ungarische Nationalbank (MNB) vollzog gestern die erste Zinssenkung dieses Zyklus und reduzierte den Basiszins sowie den Zinskorridor um 25 Basispunkte auf 6,25 Prozent.“
„Auf der Pressekonferenz betonte Gouverneur Mihaly Varga, dass sich die MNB (noch) nicht auf einen Zinssenkungszyklus festgelegt habe. Entscheidungen würden von Sitzung zu Sitzung in einer ‚vorsichtigen und datengetriebenen Weise‘ getroffen.“
„Mit anderen Worten: Trotz formaler Worte der Vorsicht erwarten wir, dass die zugrunde liegenden disinflationären Kräfte überwiegen werden.“
„Daher ist es wahrscheinlich, dass die MNB ihren Basiszins im kommenden Monat erneut um 25 Basispunkte senken wird.“
„Da die Zinssenkung als Reaktion auf eine Verbesserung der Inflationsaussichten erfolgt, bedeuten diese Schritte nicht zwangsläufig eine Verringerung des realen Zinsniveaus oder Druck auf den Wechselkurs.“