Der Goldpreis (XAU/USD) gibt am Mittwoch um über 1 % nach, da hohe Energiepreise die US-Staatsanleiherenditen in die Höhe treiben, was signalisiert, dass Investoren keine Zinssenkungen durch die Federal Reserve (Fed) erwarten, die voraussichtlich die Zinsen gegen 18:00 GMT unverändert lässt. XAU/USD notiert bei 4.541 USD nach einem Tageshoch von 4.610 USD.
Die Stimmung bleibt eingetrübt, da US-Präsident Donald Trump die Blockade iranischer Häfen verlängert hat, bis Teheran einem Abkommen zustimmt, das nukleare Fragen beinhaltet. Unterdessen stützen hohe Energiepreise, mit WTI über 100 USD pro Barrel am Mittwoch, den Greenback, wobei der US-Dollar-Index (DXY) nahe einem Zweitageshoch bei 98,89 notiert.
Die Renditen von US-Staatsanleihen steigen, wie die 10-jährige Staatsanleihe zeigt, die um 5 Basispunkte auf 4,40 % zulegte. Diese Aufwärtsbewegung deutet auf ein geringeres Vertrauen der Investoren hin, dass die Federal Reserve die Kreditkosten in naher Zukunft senken wird.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve Zinssenkungen aussetzt, ist laut Prime Terminal-Daten vollständig verschwunden, da Händler für 2026 keine Zinssenkungen mehr erwarten.

Der Fokus liegt auf der Pressekonferenz des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell, bei der er möglicherweise zu seiner weiteren Amtszeit als Chef der US-Notenbank befragt wird, nachdem Kevin Warsh die erste Bestätigungsphase durch den US-Senat erfolgreich durchlaufen hat.
Bei den Daten stiegen die US-Kerndaten für Aufträge langlebiger Güter um 3,3 %, nach 1,6 % im Februar und deutlich über den erwarteten 0,6 %. Dies deutet darauf hin, dass Unternehmen ihre Ausgaben, insbesondere für KI, erhöhen, um die Gewinnmargen zu verbessern. Die Gesamtaufträge verbesserten sich ebenfalls und stiegen von einem jährlichen Rückgang von 1,2 % auf einen Zuwachs von 0,8 %, was die Prognosen von 0,5 % übertraf.
Der Goldpreis ist neutral bis bärisch und notiert nahe Vier-Wochen-Tiefs um 4.510 USD, wobei das Momentum weitere Verluste begünstigt, da der Relative Strength Index (RSI) sich dem überverkauften Bereich nähert.
Fällt Gold unter 4.500 USD, liegt die erste Unterstützung beim Tief vom 31. März bei 4.482 USD, gefolgt vom Schwungtief vom 26. März bei 4.351 USD. Die nächste Unterstützung wäre der 200-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 4.269 USD.
Auf der anderen Seite müssen Käufer die Marke von 4.600 USD zurückerobern, gefolgt vom 100-Tage-SMA bei 4.753 USD. Bei weiterer Stärke wäre der nächste Widerstand der 50-Tage-SMA bei 4.848 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.