Das Paar AUD/USD fällt auf etwa 0,7100, ein Rückgang von rund 1 %, da die Federal Reserve die Zinsen unverändert lässt und Fed-Vorsitzender Jerome Powell andeutet, dass er nach Ablauf seiner Amtszeit als Vorsitzender im Fed-Vorstand bleiben wird.
Bei seiner Pressekonferenz gratulierte Jay Powell Kevin Warsh, der die erste Hürde auf seinem Weg zum Nachfolger als Fed-Vorsitzender genommen hat, und stellte klar, dass er als Gouverneur im Amt bleiben wird, bis die gegen ihn laufende Strafuntersuchung abgeschlossen ist. Er fügte hinzu, dass er als Gouverneur „ein niedriges Profil bewahren“ werde und nach dem 15. Mai, wenn seine achtjährige Amtszeit als Chef der US-Notenbank endet, bei der Fed bleiben werde.
Bezüglich der geldpolitischen Erklärung gab die Fed bekannt, dass die US-Wirtschaft widerstandsfähig bleibe, die Arbeitslosenquote „in den letzten Monaten kaum verändert“ sei und die Inflation erhöht bleibe, angetrieben durch höhere Energiepreise im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt.
Die Fed stellte fest, dass die jüngsten Ereignisse im Nahen Osten die wirtschaftliche Unsicherheit erhöhen, und betonte, dass die Entscheidungsträger weiterhin beide Teile ihres Doppelmandats berücksichtigen werden.
Die Abstimmung über die Entscheidung fiel mit 8 zu 4 Stimmen gespalten aus. Gouverneur Stephen Miran stimmte zugunsten von Zinssenkungen ab, während Beth Hammack, Neel Kashkari und Lorie Logan sich gegen die Aufnahme einer Lockerungsneigung in die Erklärung aussprachen.
Das Paar AUD/USD setzte seine Verluste von rund 0,7120 ausgehend fort und fiel unter 0,7110, mit Blick auf die psychologische Marke von 0,7100. Ein Durchbruch darunter würde den 50-Tage-SMA bei 0,7056 freilegen. Sollte dieser ebenfalls unterschritten werden, wäre die nächste Haltestelle bei 0,7000.

Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.