Wie weithin erwartet, beließ die Bank of Canada (BoC) den Leitzins bei 2,25 %, doch die Details deuteten auf einen differenzierteren Hintergrund hin.
Tatsächlich zeigten die Projektionen der Bank ein etwas stärkeres mittelfristiges Wachstum trotz eines derzeit schwächeren kurzfristigen Momentums. Dennoch wurde die Inflation für 2026 nach oben revidiert, was darauf hindeutet, dass der Disinflationspfad nicht vollkommen reibungslos verlaufen wird, während das Lohnwachstum im Bereich von 3 % bis 3,5 % hartnäckig bleibt. Die Wirtschaft kühlt sich zwar ab, aber nicht ausreichend, um den Preisdruck vollständig zu beseitigen.
Auf der üblichen Pressekonferenz schlug Gouverneur Tiff Macklem einen vorsichtigen und flexiblen Ton an. Er betonte, dass es keinen vorgegebenen Pfad für die Zinsen gebe und keine „risikofreie“ politische Entscheidung, was die datengesteuerte Haltung der Bank weiter unterstreicht.
Bemerkenswert ist, dass Macklem weitere Straffungen nicht ausschloss: Sollten die Energiepreise länger hoch bleiben, könnte eine Zinserhöhung erforderlich sein. Gleichzeitig warnte er jedoch davor, zu früh zu handeln, und merkte an, dass die bestehende Nachfrageschwäche in der Wirtschaft die Weitergabe höherer Energiekosten begrenzen sollte.
Er wies auch auf ein zentrales Risiko hin: Die Inflationserwartungen könnten nicht mehr so gut verankert sein wie vor der COVID-Pandemie, auch wenn das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der BoC intakt bleibt.
Darüber hinaus erklärte die stellvertretende Gouverneurin Carolyn Rogers, dass Handelsspannungen ein langfristig anhaltenderes Risiko darstellen als Öl, und erinnerte daran, dass die Haushalte weiterhin sehr empfindlich auf Inflation reagieren.
Zusammenfassend
Dies war eine Zentralbank im Abwarten-Modus, die jedoch nicht in Richtung einer dovishen Haltung tendiert. Die Inflationsrisiken neigen weiterhin leicht nach oben, was frühe Zinssenkungserwartungen dämpft und gleichzeitig die Tür, zumindest unter bestimmten Bedingungen, für weitere Straffungen offenlässt.