Commerzbank-Analysten Lay und Lim verweisen auf zunehmende Spekulationen, wonach die chinesische Notenbank ihren geldpolitischen Rahmen anpassen könnte. Diskutiert werde ein stärkerer Fokus auf den Übernacht-Repo-Satz als zentrales Steuerungsinstrument, was eine weitere Annäherung an das Vorgehen der US-Notenbank bedeuten würde. Zudem heben sie das kräftige Kreditwachstum im Januar hervor, das vor allem saisonalen Effekten und vorgezogenen Emissionen von Staatsanleihen zugeschrieben werde.
„Die Spekulationen nehmen zu, dass die People’s Bank of China (PBoC) den Übernacht-Repurchase-Satz zu ihrem primären geldpolitischen Instrument machen könnte. Dies würde ihren Rahmen stärker an die US-Notenbank Federal Reserve angleichen. Verstärkt wurde diese Einschätzung nach dem jüngsten Monatsbericht der PBoC, der Entwicklungen am Geldmarkt gegenüber der Analyse des Anleihemarkts priorisierte und einen direkten Vergleich zwischen Übernacht-Repo-Sätzen und dem 7-Tage-Reverse-Repo-Satz (7D RRP) einführte.“
„Ein solcher Schritt würde an eine frühere vierteljährliche Zusage anknüpfen, kurzfristige Zinsen nahe dem geldpolitischen Ziel zu stabilisieren, und den Trend fortsetzen, die Politik an kürzeren Laufzeiten auszurichten.“
„Im Jahr 2024 hatte die PBoC den 7D RRP formell als primären Leitzins festgelegt und damit die mittelfristige Kreditfazilität ersetzt. Eine weitere Verlagerung hin zum Übernacht-Repo-Satz wäre der nächste Schritt in dieser Entwicklung und würde Chinas operativen Rahmen stärker an internationale Pendants, insbesondere die Federal Reserve, annähern.“
„Das Kreditwachstum war im Januar robust und stieg auf 4,7 Billionen Yuan nach 5,1 Billionen Yuan im gleichen Zeitraum 2025. Ausschlaggebend waren vor allem ausgeprägte saisonale Effekte, da Banken verstärkt Darlehen vergaben, um neu zugeteilte Kreditquoten auszuschöpfen. Das Kreditwachstum im Haushalts- und Unternehmenssektor blieb jedoch verhalten, was auf eine schwache Kreditnachfrage und anhaltend gedämpfte Wirtschaftszuversicht hindeutet.“