In Interviews mit CNBC und CNN, die von Reuters berichtet wurden, sagte der US-Energieminister Chris Wright, dass eine Freigabe von Öl aus der Strategischen Erdölreserve (SPR) wahrscheinlich in Form von Tauschgeschäften erfolgen würde, die darauf abzielen, kurzfristige Versorgungsunterbrechungen ohne direkte Kosten für die Steuerzahler zu beheben. Er fügte hinzu, dass eine solche Freigabe dem Markt helfen könnte, "einige Wochen der Störung zu überstehen".
Die Bemerkungen kommen inmitten steigender Spannungen mit dem Iran und erneuter Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Straße von Hormuz, einem wichtigen maritimen Engpass für den globalen Ölfluss. Wright betonte, dass die Wiedereröffnung der Straße eine Priorität sei und warnte, dass Irans Fähigkeit, den regionalen Schiffsverkehr zu bedrohen, letztendlich neutralisiert werden müsse.
Laut dem Energieminister würde jede militärische Operation im Zusammenhang mit der Krise wahrscheinlich Wochen und nicht Monate in Anspruch nehmen. Er deutete auch an, dass US-marine Begleitmaßnahmen für kommerzielle Schiffe derzeit nicht vorhanden sind, obwohl solche Maßnahmen vor Ende des Monats möglich werden könnten.
Wright fügte hinzu, dass die Ölmärkte in der westlichen Hemisphäre im Vergleich zu Asien "nicht wirklich angespannt" sind.
Die Kommentare erhielten nicht viel Aufmerksamkeit auf dem Markt. West Texas Intermediate (WTI) US-Öl steigt am Donnerstag um 5,10 % und wird zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei etwa 91,75 USD pro Barrel gehandelt.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.