Die Spekulationen über die Nominierung des nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve (Fed) durch den US-Präsidenten Donald Trump nehmen zu, eine Ankündigung könnte bereits heute erfolgen, während das Federal Open Market Committee (FOMC) ebenfalls seine geldpolitische Sitzung abhält.
Nach mehreren Presseberichten, die in den letzten Wochen veröffentlicht wurden, sagt der US-Präsident, dass er sich "bereits" über den Nachfolger des aktuellen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell, dessen Amtszeit im Mai endet, entschieden hat. Diese Abfolge trägt zur Unsicherheit bei, da sie mit einer Fed-Sitzung zusammenfällt, von der allgemein erwartet wird, dass sie keine Änderung der Zinssätze zur Folge hat, und die Marktaufmerksamkeit auf die Kommunikation der Zentralbank und die Nachfolgefrage lenkt.
In den Märkten führt nun Rick Rieder, Chief Investment Officer Global Fixed Income bei BlackRock, das Rennen an, der als unterstützend für niedrigere Zinssätze angesehen wird, ohne von einigen Investoren als direkte Bedrohung für die Unabhängigkeit der Fed wahrgenommen zu werden.
Zum Zeitpunkt der Presseberichterstattung lagen die Polymarket-Quoten bei ihm an erster Stelle mit 46,1%, gefolgt von dem ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh mit 29%. Christopher Waller, ein aktuelles Mitglied des Vorstands der Fed, wird mit 7,5% bewertet, während Kevin Hassett, Direktor des National Economic Council (NEC), bei 6,3% steht.

Über das Timing hinaus ist das Thema sowohl politisch als auch makroökonomisch. Donald Trump fordert wiederholt eine lockerere Geldpolitik, was die Marktteilnehmer dazu bringt, das Risiko zu bewerten, dass eine Wahl, die als zu eng mit dem Weißen Haus verbunden angesehen wird, die Glaubwürdigkeit der Fed untergraben könnte. Im Gegensatz dazu könnte ein mehr "institutionelles" Profil die Neubewertung eines aggressiven Zinssenkungsszenarios begrenzen, obwohl der Fed-Vorsitzende erheblichen Einfluss hat, aber nicht allein entscheidet, da die politischen Entscheidungen kollektiv innerhalb des FOMC getroffen werden.
In diesem Kontext könnte der Tag für die Erwartungen binär sein: Eine Nominierung, die als stark unterstützend für Zinssenkungen wahrgenommen wird, könnte Wetten auf frühere und tiefere Lockerungen wiederbeleben, während eine Wahl, die als unabhängiger angesehen wird, die Aufmerksamkeit wieder auf die Wirtschaftsdaten und Jerome Powells Botschaft auf der Pressekonferenz später am Tag lenken könnte.
Die US-Notenbank (Federal Reserve, kurz Fed) entscheidet achtmal im Jahr bei vorher festgelegten Sitzungen über die Geldpolitik und insbesondere über die Höhe der Leitzinsen. Sie verfolgt dabei zwei zentrale Ziele: eine Inflationsrate von rund 2 % sowie die Sicherung der Vollbeschäftigung. Das wichtigste Instrument zur Umsetzung dieser Ziele ist die Steuerung der Zinssätze – sowohl jener, zu denen die Fed Geld an Geschäftsbanken verleiht, als auch der Zinssätze, zu denen sich die Banken untereinander Geld leihen. Hebt die Fed die Zinsen an, gewinnt der US-Dollar (USD) in der Regel an Wert, da höhere Zinsen ausländisches Kapital anziehen. Senkt sie die Zinsen, neigt der Dollar dazu, an Wert zu verlieren, weil Investoren ihr Geld eher in Länder mit höheren Renditen verlagern. Bleiben die Zinsen unverändert, richtet sich der Fokus auf den Ton der begleitenden Erklärung des Offenmarktausschusses (FOMC): Klingt diese eher „hawkish“, also auf künftige Zinserhöhungen hindeutend, oder „dovish“, was auf mögliche Zinssenkungen schließen lässt.
Mehr lesenNächste Veröffentlichung: Mi Jan. 28, 2026 19:00
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Quelle: Federal Reserve