Der Silberpreis setzte in dieser Woche seinen Höhenflug fort und erreichte am Donnerstagmorgen mit 93,75 US-Dollar je Feinunze ein Rekordhoch. In der Folge rutschte das Gold/Silber-Verhältnis kurzzeitig unter die Marke von 50 – erstmals seit März 2012. Seit Jahresbeginn hat sich Silber damit um rund 30 Prozent verteuert. Zum Vergleich: Der Goldpreis legte im gleichen Zeitraum „nur“ um 7 Prozent zu. Bereits im vergangenen Jahr hatte Silber Gold mit einem Preisanstieg von fast 150 Prozent deutlich hinter sich gelassen, wie Commerzbank-Rohstoffanalyst Carsten Fritsch festhält.
„Nun hat US-Präsident Trump angekündigt, bilaterale Abkommen zur Sicherung der Versorgung mit kritischen Mineralien aushandeln zu wollen. Das hat die Sorge vor Zöllen vorübergehend gemildert. In der Folge ist der Silberpreis von dem genannten Rekordhoch um mehr als 7 Prozent gefallen. Bei geringerem Zollrisiko könnte mehr Silber aus den COMEX-Beständen nach China fließen, wo das Metall derzeit sehr knapp ist. Trotz der Gefahr möglicher US-Zölle sind seit Anfang Oktober 97,5 Millionen Unzen beziehungsweise mehr als 3.000 Tonnen Silber aus den COMEX-Lagerbeständen abgeflossen.“
„Ein erheblicher Teil davon dürfte nach London gegangen sein, wo es im Herbst zu akuten Engpässen kam. Allerdings dürfte auch China Empfänger dieser Lieferungen gewesen sein, nachdem die börslich registrierten Lagerbestände dort auf den niedrigsten Stand seit rund zehn Jahren gefallen waren. Die sinkenden COMEX-Bestände sind daher als Indikator für einen angespannten Silbermarkt zu werten und damit auch als Erklärung für den starken Preisanstieg seit Oktober. Der Silberpreis bleibt daher auch ohne das Zollrisiko gut unterstützt.“
„Zusätzlichen Rückenwind könnte die Einführung eines neuen Silber-Futures-Kontrakts bringen, die die CME als Eigentümerin der COMEX für den 9. Februar angekündigt hat. Der Kontrakt wird eine Kontraktgröße von 100 Unzen haben und dürfte damit vor allem für Privatanleger interessant sein. Die an der COMEX gehandelten Silber-Futures haben hingegen eine Größe von 5.000 Unzen und sind damit für Privatanleger als Anlageinstrument weniger geeignet.“