Die Preise für Edelmetalle haben in den letzten Tagen des Jahres spektakulär zugelegt, teils gefolgt von deutlichen Rückschlägen. Am zweiten Weihnachtstag erreichte der Goldpreis mit 4.550 US-Dollar je Feinunze ein neues Rekordhoch, wie Commerzbank-Rohstoffanalyst Carsten Fritsch feststellt.
„Der Silberpreis legte über die Feiertage sogar noch stärker zu und erreichte in den frühen Morgenstunden des 29. Dezember ebenfalls ein Rekordniveau von 84 US-Dollar je Feinunze. Gleiches gilt für Platin, dessen Preis auf 2.490 US-Dollar je Feinunze stieg. Palladium kletterte auf ein Drei-Jahres-Hoch von knapp unter 2.000 US-Dollar je Feinunze. Die Preisanstiege dürften durch die feiertagsbedingt geringe Liquidität zusätzlich begünstigt worden sein. Bei Silber kamen Sorgen über physische Knappheit, niedrige Lagerbestände in China, sinkende Bestände an der COMEX sowie Chinas Exportbeschränkungen, die Anfang 2026 in Kraft traten, hinzu und verstärkten die Dynamik.“
„Bis zum Jahresende gaben die Preise von diesen Niveaus jedoch wieder nach. Der Silberpreis fiel am 29. Dezember im Handelsverlauf zeitweise um mehr als 10 US-Dollar und verzeichnete damit den stärksten prozentualen Tagesverlust seit mehr als fünf Jahren. Angesichts der hohen Volatilität hatte die CME als Eigentümerin der COMEX die Sicherheitsleistungen für Silber-Futures weiter angehoben, was zu Nachschussforderungen führte und vermutlich Zwangsverkäufe von Investoren auslöste. Die Shanghai Futures Exchange hatte die Margin-Anforderungen bereits zuvor erhöht. Zum Jahresende verzeichneten alle Edelmetalle dennoch historische Preiszuwächse. Gold legte im Jahresvergleich um 64,6 Prozent zu, Silber sogar um 148 Prozent – jeweils der stärkste Jahresanstieg seit 1979. Platin verteuerte sich im vergangenen Jahr um 127 Prozent, der kräftigste Anstieg seit Beginn des Handels im Jahr 1987. Der Palladiumpreis stieg um 77,5 Prozent und verzeichnete damit den höchsten Zuwachs seit 15 Jahren.“
„Zu Beginn des neuen Jahres ziehen die Preise für Edelmetalle erneut an und nähern sich wieder den Höchstständen vom Ende des Jahres 2025. Gold verteuerte sich gestern um fast drei Prozent auf 4.450 US-Dollar je Feinunze, während Silber um gut fünf Prozent auf 76,6 US-Dollar je Feinunze zulegte. Heute setzen beide Preise ihren Anstieg fort. Rückenwind liefert die US-Militärintervention in Venezuela am vergangenen Wochenende, die die Nachfrage nach sicheren Häfen erhöht. Zudem enttäuschte der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA im Dezember und fiel auf den tiefsten Stand seit 14 Monaten. Dies setzte den US-Dollar unter Druck und schürte die Erwartungen an Zinssenkungen durch die US-Notenbank, was zinstraglosen Anlagen wie Gold und Silber zusätzlichen Auftrieb verleiht.“