Der Australische Dollar (AUD) hält Verluste gegenüber dem US-Dollar (USD) nach der Veröffentlichung des RatingDog Einkaufsmanager-Index (EMI) für den Dienstleistungssektor in China am Montag, der im Dezember von 52,1 im November auf 52,0 gefallen ist. RatingDog berichtete letzte Woche, dass der EMI für das verarbeitende Gewerbe im Dezember von 49,9 im November auf 50,1 gestiegen ist. Es ist wichtig zu beachten, dass jede Veränderung in der chinesischen Wirtschaft den AUD beeinflussen könnte, da China und Australien enge Handelspartner sind.
Der AUD könnte Unterstützung finden, da die Erwartungen an Zinserhöhungen durch die Reserve Bank of Australia (RBA) zunehmen. Händler warten auf den Q4 CPI-Bericht Australiens, der am 28. Januar fällig ist, wobei Analysten darauf hinweisen, dass ein stärker als erwarteter Kerninflationswert eine Zinserhöhung bei der Sitzung der RBA am 3. Februar auslösen könnte. RBA-Gouverneurin Michele Bullock sagte zuvor, dass der Vorstand zwar nicht ausdrücklich eine Zinserhöhung in Betracht gezogen habe, jedoch die Bedingungen diskutiert habe, unter denen die Zinssätze bis 2026 steigen müssten.
Das Währungspaar AUD/USD wertet ab, während der US-Dollar (USD) aufgrund der Nachfrage nach sicheren Anlagen an Stärke gewinnt, angetrieben durch einen erneuten Anstieg der geopolitischen Risiken nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro durch die Vereinigten Staaten (US).
AUD/USD wird am Montag um 0,6680 gehandelt. Die technische Analyse des Tages-Chart zeigt, dass das Paar um die untere Grenze des aufsteigenden Kanal-Musters schwebt. Weitere Richtungen würden eine klare Richtungstendenz bieten. Der 14-Tage Relative Strength Index (RSI) bei 59,60 deutet auf ein bullishes Momentum hin, mit Spielraum für weiteres Aufwärtspotenzial, bevor überkaufte Bedingungen auftreten.
Das Währungspaar AUD/USD testet die unmittelbare Barriere bei der neun-Tage EMA von 0,6681. Ein Durchbruch über dieses Niveau würde das Paar unterstützen, die psychologische Marke von 0,6700 zu testen, gefolgt von 0,6727, dem höchsten Stand seit Oktober 2024, der am 29. Dezember erreicht wurde. Weitere Gewinne könnten es dem Paar ermöglichen, sich der oberen Grenze des aufsteigenden Kanals nahe 0,6810 zu nähern.
Auf der Unterseite testet das Währungspaar AUD/USD die untere Grenze des aufsteigenden Kanals um 0,6680. Ein Durchbruch unter den Kanal könnte das AUD/USD-Paar dem Bereich um das Sechs-Monats-Tief von 0,6414, das am 21. August verzeichnet wurde, aussetzen.

Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.