Lattice Semiconductor vor neuem Wachstumsschub durch KI-Rechenzentren

Quelle Fxstreet

Der Halbleiterhersteller Lattice Semiconductor könnte vom Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz profitieren. Im Mittelpunkt stehen programmierbare Logikchips, die aufgrund ihrer Flexibilität und ihres vergleichsweise niedrigen Energieverbrauchs ergänzend zu Prozessoren und KI-Beschleunigern eingesetzt werden. Vor allem in Rechenzentren dürfte die Nachfrage nach diesen Komponenten weiter zunehmen.

Zusätzlichen Rückenwind versprechen der zunehmende Einsatz programmierbarer Chips in KI-Servern sowie eine stärkere Nachfrage nach mittelgroßen Field-Programmable Gate Arrays (FPGAs). Gleichzeitig besteht Potenzial für höhere Margen. Dazu beitragen könnten ein wachsender Anteil softwaregestützter Produkte, stabile Preise sowie zusätzliche Erlöse aus jüngsten Übernahmen.

Benchmark hat die Beobachtung von Lattice Semiconductor mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 160 US-Dollar aufgenommen. Nach Einschätzung des Brokerhauses ist das Unternehmen gut aufgestellt, um seinen Marktanteil im unteren und mittleren FPGA-Segment auszubauen und gleichzeitig von den hohen Investitionen in KI-Infrastruktur zu profitieren. Der Markt für programmierbare Logikchips dürfte bis 2028 jährlich im niedrigen zweistelligen Prozentbereich wachsen. Die Produktfamilien Avant und Nexus sollen dabei einen zunehmend größeren Beitrag zum Umsatz von Lattice leisten.

Zu einem immer wichtigeren Wachstumstreiber entwickelt sich die KI-Infrastruktur. Die Zahl der eingesetzten FPGAs je Server ist von rund 1,5 Einheiten im Jahr 2024 auf mittlerweile mehr als drei gestiegen. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil des Servergeschäfts am Gesamtumsatz von Lattice von einem mittleren Zehn-Prozent-Bereich vor einigen Jahren auf inzwischen rund 40 Prozent. Damit könnte das Unternehmen seine Erlöse selbst bei einem lediglich moderaten Wachstum der ausgelieferten KI-Server steigern, sofern die Zahl der verbauten Komponenten je Server weiter zunimmt.

Eine weitere Säule der Wachstumsstrategie ist die im Juli erfolgte Übernahme von AMI. Die 1,65 Milliarden US-Dollar schwere Transaktion bringt Lattice zusätzliche jährliche Umsätze von mehr als 200 Millionen Dollar. Gleichzeitig könnte sich der für das Unternehmen erreichbare Markt innerhalb von drei bis vier Jahren auf rund zwölf Milliarden Dollar verdoppeln. Lattice erschließt mit dem Zukauf zusätzliche Bereiche rund um die Verwaltung von Servern, Racks, Recheneinheiten und kompletten Rechenzentren. Die Firmware und Software von AMI zur Steuerung der Infrastruktur verschafft Lattice zudem einen besseren Einblick in künftige Serverarchitekturen und damit mögliche zusätzliche Einsatzgebiete für FPGAs.

Auch bei der Profitabilität zeichnet sich weiteres Potenzial ab. Ein höherer Anteil softwaregestützter FPGA-Produkte sowie neuer Plattformen wie Avant dürfte sich positiv auf die Margen auswirken. Hinzu kommen eine stabile Preisgestaltung und niedrigere Kosten durch Forschungs- und Entwicklungsstandorte in günstigeren Regionen. Für 2026 wird mit einer Bruttomarge von 70,4 Prozent gerechnet, die 2027 auf 71,2 Prozent steigen könnte. Die operative Marge dürfte im gleichen Zeitraum von 36,6 auf 39,9 Prozent zulegen.

Auch die bisherigen Markterwartungen für 2027 könnten sich als zu vorsichtig erweisen. Dafür sprechen eine zunehmende Zahl von Bestellungen, ein bereits weit in das Jahr 2027 reichender Auftragsbestand sowie eine steigende Zahl gewonnener Kundenprojekte. Das FPGA-Kerngeschäft erzielte über weite Strecken des Jahres 2026 von Quartal zu Quartal zusätzliche Umsätze von 20 bis 30 Millionen Dollar und entwickelte sich damit stärker als das in den bisherigen Konsensschätzungen unterstellte Wachstum von rund 20 Millionen Dollar.

Im Basisszenario von Benchmark wird für das Geschäftsjahr 2026 ein Umsatzwachstum von 57 Prozent erwartet. Für 2027 wird mit einem Plus von 32 Prozent und für 2028 mit weiteren 20 Prozent gerechnet. Gleichzeitig soll die operative Marge auf mehr als 40 Prozent steigen. Für 2028 wird ein bereinigter Gewinn je Aktie von 4,24 Dollar veranschlagt. Das Kursziel von 160 Dollar basiert auf einem Bewertungsmultiplikator von rund dem 38-Fachen des erwarteten Gewinns.

Zu den wesentlichen Risiken zählen eine schwächere Nachfrage aus der Automobil- und Industriebranche, erneute Bestandskorrekturen bei Vertriebspartnern sowie der Wettbewerb mit größeren FPGA-Anbietern und spezialisierten Chips mit festgelegten Funktionen. Auch eine Abschwächung der Investitionen in KI-Infrastruktur oder Schwierigkeiten bei der Integration von AMI könnten die erwartete Entwicklung belasten.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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