Die Analysten der Bank of New York Mellon (BNY) sehen die Engagements im US-Dollar in globalen Portfolios auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Kräftige Käufe bei Aktien und Anleihen hätten deutliche Umschichtungssignale ausgelöst. Die Bank empfiehlt deshalb, Währungsabsicherungen auszubauen, anstatt US-Vermögenswerte zu verkaufen. Die Absicherungsquoten seien weiterhin niedrig, während die Dollar-Allokationen hoch blieben. Die Kursverluste an den Aktienmärkten im Juli hätten den Druck zwar etwas verringert, den Bedarf an Absicherungen jedoch nicht beseitigt.
„Der US-Dollar war mit Abstand die am stärksten nachgefragte Währung. Der marginale Kapitalfluss-Score lag mehr als doppelt so hoch wie beim japanischen Yen, der auf Platz zwei folgte. Das stützt unsere Einschätzung, dass die grenzüberschreitende Dollar-Positionierung ein Rekordniveau erreicht hat: Die Bestände an US-Aktien und festverzinslichen Wertpapieren bleiben hoch, während die Absicherungsquoten niedrig sind. Gleichzeitig erzielten US-Aktien einen leicht positiven marginalen Rendite-Score. Die Kombination aus kräftigen Dollar-Käufen und Kursgewinnen an den Aktienmärkten hat daher ein starkes Umschichtungssignal ausgelöst.“
„Verkaufssignale für den Dollar, die sich aus der Umschichtung von Aktien ergeben, stellen eine willkommene Korrektur der stark gestiegenen Vermögensallokationen dar. Aktien machten Ende vergangener Woche 59,5 Prozent der gesamten Portfolios aus und lagen damit nahe dem Höchststand von Anfang Juli vor dem jüngsten Ausverkauf bei Speicherchip-Aktien. Im Verhältnis zu Anleihen ist die Aktienquote inzwischen so hoch wie nie zuvor.“
„Das Umschichtungssignal aus dem US-Anleihemarkt fällt deshalb schwächer aus als das aus dem Aktienmarkt. Die weiterhin hohen Bestände an US-Anleihen sprechen jedoch klar dafür, die Währungsabsicherung auszubauen.“
„Sollten US-Aktien bis zum Monatsende weiter nachgeben, würde sich das gesamte Dollar-Engagement verringern und der unmittelbare Umschichtungsdruck etwas nachlassen. Dennoch bleiben die bestehenden Positionen nur in geringem Umfang abgesichert. Gleichzeitig dürften Sorgen über Kapitalabflüsse aus dem Aktienmarkt den Ausbau von Dollar-Absicherungen zusätzlich fördern.“
„Unsere Einschätzung bleibt unverändert: Das weltweite Engagement in US-Vermögenswerten bewegt sich weiterhin auf historisch hohem Niveau und die Portfolios müssen ihr Risiko reduzieren. Der Ausbau von Währungsabsicherungen ist der effizienteste Weg, ohne die Allokation in US-Anlagen direkt zu verringern.“