TradingKey – Mit Stand vom 29. Juli (Eastern Time) hat Meta (META) seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt. Obwohl der Umsatz des Unternehmens im Jahresvergleich um 28 % auf 60,8 Milliarden US-Dollar stieg und damit die Markterwartungen übertraf, brach die META-Aktie im nachbörslichen Handel um 7 % ein. Grund hierfür waren hinter den Schätzungen zurückbleibende Gewinne, ein drastischer Rückgang des freien Cashflows und ein kontinuierlicher Anstieg der KI-Kapitalausgaben.
Dem Quartalsbericht nach zu urteilen verzeichnet Metas Werbekerngeschäft weiterhin ein robustes Wachstum. Den Zahlen zufolge erwirtschaftete Meta im zweiten Quartal einen Umsatz von 60,8 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 28 % im Vergleich zum Vorjahr –, wobei die Werbeumsätze im Jahresvergleich um rund 27 % zulegten. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer für die App-Familie erreichte mit 3,6 Milliarden einen neuen Höchststand. Dies zeigt, dass die Nutzeraktivität auf Facebook, Instagram, WhatsApp und Threads weiter steigt, während KI-gestützte Empfehlungsalgorithmen zudem die Monetarisierung der Werbung weiter vorantreiben.
Allerdings blieb die Gewinnentwicklung des Unternehmens hinter den Markterwartungen zurück. Metas Gewinn je Aktie (EPS) lag im zweiten Quartal bei 6,18 US-Dollar und damit unter der Markterwartung von 7,19 US-Dollar, während der Nettogewinn im Jahresvergleich um rund 14 % zurückging. Unterdessen belief sich der freie Cashflow des Unternehmens auf lediglich 784 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von 91 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies war primär auf den deutlichen Anstieg der Investitionen in den Bau von KI-Rechenzentren sowie auf Rechtskosten und Abfindungszahlungen zurückzuführen.
Zugleich hob das Unternehmen seine Prognose für die Investitionsausgaben im Jahr 2026 auf eine Spanne von 130 bis 145 Milliarden US-Dollar an, was über den bisherigen Erwartungen liegt. CEO Mark Zuckerberg erklärte, dass Meta den Ausbau seiner KI-Infrastruktur in den nächsten Jahren weiter beschleunigen werde, mit dem Ziel, ein KI-Ökosystem zu schaffen, das Werbung, soziale Medien, KI-Assistenten und Smart Glasses umfasst. Er wies zudem darauf hin, dass sich das Unternehmen noch in der Anfangsphase des KI-Investitionszyklus befinde.
Für Anleger schmälern die KI-Investitionen offensichtlich die kurzfristige Profitabilität. Schon nach den jüngsten Quartalszahlen von Alphabet hatte sich der Markt Sorgen über die kontinuierlich steigenden Investitionsausgaben und den entsprechenden Rückgang des freien Cashflows bei den großen Tech-Konzernen gemacht. Da Meta nun seine KI-Investitionen erneut anhebt und gleichzeitig einen drastischen Einbruch des freien Cashflows verzeichnet, könnte am Markt die Sorge wachsen, dass das Tempo der KI-Kommerzialisierung noch nicht ausreicht, um die rasant steigenden Investitionskosten zu decken. Infolgedessen musste die Aktie trotz eines Umsatzes über den Erwartungen einen spürbaren Rücksetzer hinnehmen.
Derzeit liegt der größte Vorteil von Meta nach wie vor in seinem Werbegeschäft. KI-Empfehlungsalgorithmen verbessern kontinuierlich die Effizienz der Werbeausspielung und sichern ein rasches Wachstum der Werbeeinnahmen, während die Monetarisierung von Threads und WhatsApp sowie KI-Werbetools weiterhin erhebliches Wachstumspotenzial bieten. Das Werbegeschäft bleibt die stabilste Cashflow-Quelle von Meta und ein wichtiges Fundament für seine KI-Investitionen.
Unterdessen versucht Meta, neue Wachstumsmotoren zu erschließen. Abgesehen von generativen KI-Assistenten treibt das Unternehmen mehrere Geschäftsbereiche voran, wie Meta Compute, KI-Rechenleistungen, Smart Glasses und Unternehmens-KI. MarketWatch zitierte den RBC-Analysten Brad Erickson mit der Aussage, dass sich die Investmentthese des Marktes für Meta erheblich verändern könnte, wenn das Unternehmen klarere Kennzahlen zur KI-Monetarisierung, zur Kundenakzeptanz und zu den Expansionspfaden für Compute-Dienste vorlegen kann.
In den kommenden Quartalen wird die Rendite der KI-Investitionen jedoch ein entscheidender Faktor für die Kursentwicklung der Meta-Aktie bleiben. Wenn KI-Werbung, KI-Assistenten, Smart Glasses und Unternehmens-KI-Dienste weiterhin zum Umsatz beitragen können, während sich der freie Cashflow allmählich erholt, könnte der Markt Meta erneut eine höhere Bewertung zugestehen. Wenn umgekehrt die Investitionsausgaben weiterhin rasch steigen, während Margen und Cashflows unter Druck bleiben, könnte der Aktienkurs von META kurzfristig weiter schwanken.

Wochenchart der META-Aktie, Quelle: TradingView
Basierend auf dem Wochenchart der META-Aktie zeigen die jüngsten Candlestick-Höchststände einen kontinuierlichen Abwärtstrend, wodurch sich eine klare absteigende Trendlinie bildet. Dies deutet darauf hin, dass eine bärische Marktstimmung dominiert und der Aktienkurs kurzfristig weiter nach unten korrigieren könnte.
Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung für den Aktienkurs bei 540 US-Dollar. Wenn diese Marke durchbrochen wird, könnte der Aktienkurs das Unterstützungsniveau bei 520 US-Dollar testen. Ein weiterer Rückgang könnte den Kurs bis auf die Unterstützung bei 480 US-Dollar drücken.
Auf der Oberseite sieht sich der Aktienkurs einer Kurslücke von 608 bis 627 US-Dollar gegenüber. Das primäre Ziel einer Erholung wäre es, diese Kurslücke zu schließen. Weiter oben könnte der Kurs das Widerstandsniveau im Bereich von 680 bis 700 US-Dollar testen. Ein Ausbruch über 700 US-Dollar würde Aufwärtspotenzial in Richtung 800 US-Dollar eröffnen.