TradingKey – Im asiatischen Handel am 30. Juli verzeichneten die Goldpreise ( XAUUSD) nach der Sitzung der Federal Reserve zunächst einen kräftigen Anstieg, gaben dann jedoch wieder nach und fielen im Handelsverlauf zeitweise auf 4.028,62 US-Dollar. Aus Marktsicht stiegen die Goldpreise nach der Zinsentscheidung der Fed zeitweise auf 4.116,28 US-Dollar, konnten sich jedoch nicht über der Marke von 4.100 US-Dollar halten. Da der Markt die Uneinigkeit innerhalb der Fed bezüglich der Zinserhöhungen neu bewertete, erholten sich die Renditen von US-Staatsanleihen, und das kurzfristige bullische Momentum für Gold schwächte sich deutlich ab.
Die US-Notenbank Federal Reserve hat das Zielband für den Leitzins auf ihrer Julisitzung unverändert bei 3,50 % bis 3,75 % belassen und damit die allgemeinen Markterwartungen erfüllt. Der Beschluss fiel mit 9 zu 3 Stimmen, wobei sich die drei Abweichler für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte aussprachen, was auf eine deutlich gestiegene Besorgnis über die Inflationsrisiken innerhalb der Fed hindeutet.
Im Anschluss an die Zinsentscheidung gaben der US-Dollar und die Renditen von US-Staatsanleihen kurzzeitig nach, was den Gold-Spotpreis zeitweise um rund 2 % nach oben trieb, sodass er einen Höchststand von 4.116,28 US-Dollar erreichte. Da Gold eine zinslose Anlage ist, verringern sinkende Anleiherenditen die Opportunitätskosten für das Halten des Edelmetalls, was zu einem raschen Kapitalzufluss zurück in den Goldmarkt förderte.
Auf der Pressekonferenz betonte der Vorsitzende der Federal Reserve, Kevin Warsh, jedoch weiterhin, dass die Inflation nach wie vor zu hoch sei. Er erklärte, dass die Fed nicht von ihrem Ziel einer Inflationsrate von 2 % abweichen werde. Zugleich schwächte er die explizite Forward Guidance für den künftigen geldpolitischen Kurs ab, was bedeutet, dass eine mögliche Zinserhöhung im September stärker von den kommenden Inflations-, Beschäftigungs- und Energiepreisdaten abhängen wird.
Die Befürwortung einer Zinserhöhung durch drei Notenbankmitglieder verlieh dieser Sitzung eine deutlich falkenhafte Tendenz. Obwohl die Fed die Zinsen nicht sofort angehoben hat, sind nun mehr Ausschussmitglieder der Ansicht, dass das aktuelle Zinsniveau nicht ausreicht, um die Inflation einzudämmen. Die Wetten des Marktes auf eine Zinserhöhung im September bleiben hoch, wobei die jüngsten Preissetzungen zeigen, dass Händler mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 65 % mit einem Zinsschritt im September rechnen.

Quelle: CME Group
Dies ist genau der Hauptgrund, warum die Goldpreise nach dem Durchbrechen der Marke von 4.100 US-Dollar schnell wieder nachgaben. Während die Entscheidung der Fed, die Fü×e stillzuhalten, kurzfristig positiv für Gold war, deuten die internen Unstimmigkeiten über Zinserhöhungen und Warshs falkenhafte Haltung zur Inflation darauf hin, dass die US-Zinsen noch länger auf einem hohen Niveau bleiben oder im September sogar noch weiter angehoben werden könnten. Als die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen wieder anstieg, geriet der Goldpreis unter Druck und gab nach.
Mit Blick nach vorn wird sich der Markt stark auf die US-PCE-Inflation, die Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft (Non-Farm Payrolls) und die Entwicklung der Ölpreise konzentrieren. Sollten die PCE-Daten zeigen, dass sich die Inflation weiter abkôhlt, könnte der Markt seine Erwartungen an eine Zinserhöhung im September herunterschrauben. Dies würde den US-Dollar und die Anleiherenditen belasten und Gold potenziell einen erneuten Anlauf auf die Marke von 4.100 US-Dollar ermöglichen. Sollte die Inflation dagegen die Erwartungen übertreffen oder die Energiepreise wieder anziehen, dürften sich die Marktwetten auf eine Zinserhöhung der Fed wieder verstärken, was den Goldpreis weiter unter Druck halten würde.

Goldpreis-Tageschart, Quelle: TradingView
Ein Blick auf den Tageschart für Gold zeigt: Beflügelt durch die positive Nachricht, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Leitzinsen unverändert belässt, stieg der Goldpreis am Mittwoch kurzzeitig über 4.100 US-Dollar. Der Schlusskurs des Tages blieb jedoch unter 4.100 US-Dollar, was auf ein nachlassendes bullisches Momentum am Markt hindeutet. Kurzfristig dürfte sich der Goldpreis voraussichtlich weiter um die Marke von 4.000 US-Dollar konsolidieren.
Auf der Unterseite liegt die wichtigste zu beachtende Unterstützung für Gold bei 4.020 US-Dollar. Sollte diese Marke unterschritten werden, könnte der Goldpreis weiter zurückfallen und die Unterstützung bei 3.970 US-Dollar testen.
Auf der Oberseite wird das kurzfristige bullische Momentum gestärkt, wenn der Goldpreis einen stabilen Boden oberhalb von 4.020 US-Dollar findet. Dies würde den Weg ebnen, um den Widerstand bei 4.100 US-Dollar erneut zu testen. Ein Ausbruch über diese Marke würde weiteres Aufwärtspotenzial in Richtung 4.200 US-Dollar eröffnen.