Derek Halpenny von MUFG erläutert, dass die Unsicherheit über die US-Zollpolitik erneut zunehmen dürfte, sobald die Maßnahmen nach Section 122 auslaufen und durch gezieltere Maßnahmen nach Section 301 ersetzt werden. Er rechnet mit einer Vielzahl von Untersuchungen und neuen Zöllen, die die derzeitigen Maßnahmen weitgehend nachbilden. Besonders anfällig für Aufwärtsbewegungen sieht er die Währungen Asiens gegenüber dem US-Dollar. Die G10-Währungen dürften dagegen weniger stark betroffen sein. Sollte die Unsicherheit jedoch länger anhalten, könnte der US-Dollar später unter Verkaufsdruck geraten.
„Die USA werden Section 301 nutzen, und Untersuchungen gegen die meisten wichtigen Handelspartner des Landes wurden bereits angekündigt. Wann diese Maßnahmen umgesetzt werden und welche Produkte letztlich betroffen sein werden, ist jedoch noch unklar.“
„Da diese Zölle die Maßnahmen nach Section 122 weitgehend nachbilden dürften, sollten die Auswirkungen auf den Devisenmarkt begrenzt bleiben.“
„Der Weg bis zur Umsetzung ist jedoch weniger vorhersehbar und lässt größere Unterschiede zwischen den einzelnen Maßnahmen erwarten, was zu einer höheren Volatilität an den Devisenmärkten führen könnte.“
„Dass diese neue Phase handelspolitischer Unsicherheit in eine Zeit fällt, in der der US-Zinsmarkt weitere Zinserhöhungen einpreist und zugleich die Risiken im Nahen Osten gestiegen sind, könnte dazu führen, dass die Reaktion an den Devisenmärkten diesmal anders ausfällt und den US-Dollar stärker unterstützt.“
„Am ehesten dürfte sich das bei den asiatischen Währungen gegenüber dem US-Dollar zeigen, da dort das Zinsniveau die Auswirkungen weniger stark abfedert als beispielsweise bei den Währungen Lateinamerikas.“
„Die G10-Währungen dürften deutlich weniger betroffen sein. Sollte die Unsicherheit jedoch länger anhalten und sich weiter verschärfen, könnten Verkäufe des US-Dollars wieder einsetzen, weil Anleger zunehmend über die unberechenbare Politik aus Washington und deren mögliche Folgen für die US-Wirtschaft besorgt wären.“