Die ING-Strategen Francesco Pesole, Frantisek Taborsky und Chris Turner weisen darauf hin, dass der Dollar auf breiter Front Unterstützung erhält, während die Märkte allmählich auf die zunehmenden Spannungen in der Golfregion reagieren. Ihrer Einschätzung nach hat die US-Währung noch weiteres Aufwärtspotenzial. Die Risiken seien nach oben gerichtet, da Anleger die militärische Entwicklung und die anhaltend hohen Ölpreise weiterhin unterschätzten. Eine Rückkehr des Dollar-Index DXY in Richtung 101,50 Punkte wäre demnach mit dem aktuellen Marktumfeld vereinbar.
„Der Devisenmarkt beginnt allmählich, die Entwicklungen in der Golfregion einzupreisen, wo sich die Spannungen offenbar weiter verschärfen. Der Dollar hat dadurch auf breiter Front Unterstützung gefunden. US-Präsident Donald Trump hat nach dem Tod von drei US-Soldaten in Jordanien Vergeltungsmaßnahmen gegen den Iran angekündigt. Zugleich drohen Huthi-Milizen mit einer Blockade Saudi-Arabiens im Roten Meer.“
„Brent-Rohöl hat die Marke von 90 Dollar erreicht und liegt damit noch deutlich unter den Höchstständen aus dem Frühjahr. Die Devisenmärkte reagieren inzwischen möglicherweise weniger auf das Risiko heftiger kurzfristiger Preissprünge als vielmehr auf die Aussicht, dass die Ölpreise länger auf einem erhöhten Niveau bleiben. Der Ausverkauf am Anleihemarkt und die Auswirkungen auf die Aktienmärkte spiegeln diese Verschiebung wider.“
„Die Risiken für den Dollar bleiben am heutigen Tag nach oben gerichtet, da die Märkte angesichts der erneuten militärischen Eskalation weiterhin ein riskant hohes Maß an Sorglosigkeit zeigen. Eine Rückkehr des DXY auf 101,50 Punkte wäre mit dem aktuellen Umfeld ohne Weiteres vereinbar.“
„Der US-Wirtschaftskalender ist heute nur dünn gefüllt. Zugleich befindet sich die US-Notenbank weiterhin in ihrer Schweigephase vor der nächsten Sitzung.“