Ethereum (ETH) hat am Dienstag um 3 Prozent zugelegt und damit seine Gewinne im Juli auf mehr als 20 Prozent ausgebaut. Rückenwind kommt von wichtigen On-Chain-Indikatoren, die auf eine Wiederaufnahme der Kaufaktivität hindeuten.
Die starke Entwicklung im Juli folgt nur wenige Tage nach dem Auslösen des sogenannten Market Value to Realized Value (MVRV)-Kaufsignals. Seit diesem Signal ist Ethereum um rund 22 Prozent gestiegen.

Historisch betrachtet legte Ethereum im Durchschnitt um rund 245 Prozent zu, wenn der Kurs nach einem MVRV-Kaufsignal den sogenannten Realized Price – also den durchschnittlichen Einstandspreis der On-Chain-Investoren – nachhaltig überwand und darüber blieb.
Im November 2022 sowie im April 2025 stieg die größte Altcoin in den darauffolgenden Monaten um 270 beziehungsweise 220 Prozent, bevor nach dem Erreichen des MVRV-Verkaufssignals jeweils eine Korrektur einsetzte.
Anleger scheinen dem Signal zunehmend zu folgen. Die Ethereum-Bestände auf Kryptobörsen sind im Juli um rund 370.000 ETH gesunken. Rückläufige Börsenreserven gelten als Hinweis darauf, dass Investoren ihre Coins von Handelsplattformen in private Wallets transferieren und damit das kurzfristig verfügbare Verkaufsangebot verringern.
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Aktuelle Daten verschiedener On-Chain-Analyseplattformen stützen dieses Bild. Demnach haben sogenannte Wale in den vergangenen Tagen verstärkt Ethereum gekauft und gestakt.
Nach Daten von Arkham, auf die sich Lookonchain bezieht, haben zwei neu eingerichtete Wallets am Montag ihre gesamten Bestände gestakt, nachdem sie zuvor 74.033 ETH beziehungsweise 12.800 ETH von Gemini und Binance abgezogen hatten. Wallets, die dem BitMEX-Mitgründer Arthur Hayes zugerechnet werden, kauften zudem 1.332,5 ETH. Eine weitere Wallet erwarb zusätzlich 10.501 ETH.
Dadurch ist die insgesamt gestakte Menge an Ethereum laut Daten von Validator Queue auf ein neues Rekordhoch von 40,89 Millionen ETH gestiegen.
Trotz der zunehmenden Käufe zeigen Veränderungen bei verschiedenen Wallet-Gruppen, dass die Marktteilnehmer bislang noch keine uneingeschränkte Überzeugung erkennen lassen.
Wallets mit Beständen zwischen 10.000 und 100.000 ETH, die in der frühen Phase des Abwärtstrends zu den größten Käufern gehörten, haben seit Monatsbeginn netto lediglich 110.000 ETH aufgebaut. Nach den weiteren Kursverlusten im Februar verlangsamte diese Investorengruppe ihr Kauftempo deutlich.
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Größere Privatanleger mit Beständen zwischen 1.000 und 10.000 ETH zeigen inzwischen erste Anzeichen einer Trendwende und haben im Juli bislang rund 100.000 ETH netto gekauft. Wallets mit 100 bis 1.000 ETH bauen ihre Bestände dagegen weiter ab und trennten sich im gleichen Zeitraum von rund 190.000 ETH.
Auch auf institutioneller Seite nimmt das Interesse weiter zu. Die in den USA zugelassenen Spot-ETFs auf Ethereum verzeichneten am Montag Nettozuflüsse von 38,09 Millionen US-Dollar. Es war bereits der zweite Handelstag in Folge mit positiven Mittelzuflüssen. Im Juli mussten die Produkte bislang lediglich an drei Handelstagen Abflüsse hinnehmen, nachdem es im Mai und Juni noch 15 beziehungsweise 17 Tage mit Nettoabflüssen gegeben hatte.

Im Tageschart testet Ethereum derzeit den 100-Tage-EMA bei 1.939 US-Dollar. Dieser gleitende Durchschnitt begrenzt aktuell das Aufwärtspotenzial und sorgt kurzfristig für ein weitgehend neutrales Marktbild. Der Relative-Stärke-Index (RSI) nahe 65 sowie der Stochastik-Oszillator oberhalb von 90 deuten zwar auf eine starke Aufwärtsdynamik hin, signalisieren zugleich aber auch einen zunehmend überkauften Markt.
Auf der Oberseite bildet zunächst der 100-Tage-EMA den wichtigsten Widerstand, nachdem er bereits in der vergangenen Woche den Kursanstieg ausgebremst hatte. Darüber liegen weitere Widerstandsbereiche bei 2.018 und 2.107 US-Dollar sowie eine stärkere Zone zwischen 2.211 und 2.388 US-Dollar. Mittelfristig bleiben die Marken von 2.746 und 3.411 US-Dollar die nächsten bedeutenden Hürden.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung bei 1.909 US-Dollar. Weitere wichtige Unterstützungszonen folgen bei 1.806 und 1.741 US-Dollar. Darunter rücken die Bereiche um 1.524 und 1.404 US-Dollar in den Fokus, ehe bei rund 1.155 US-Dollar eine wichtige langfristige Unterstützung verläuft.