Die Strategen der Scotiabank, Shaun Osborne und Eric Theoret, sehen den US-Dollar (USD) angesichts der Erwartung länger hoher Zinsen der US-Notenbank Fed, einer gewissen Nachfrage nach sicheren Anlagen und einer uneinheitlichen Entwicklung an den weltweiten Aktienmärkten im Aufwind. Der US-Dollar-Index (DXY) nähere sich der Marke von 102 Punkten, wobei im Bereich oberhalb von 102 ein stärkerer Widerstand liege. Die Experten warnen zugleich davor, dass die Märkte die Risiken weiterer Zinserhöhungen der Fed überschätzen könnten. Zudem könnte die bereits ausgeprägte spekulative Positionierung zugunsten des Dollar weitere Kursgewinne begrenzen.
„Beim US-Dollar zeigt sich heute Morgen erneut das gleiche Bild: Die Erwartung länger hoher US-Zinsen trifft auf eine gewisse Nachfrage nach sicheren Häfen angesichts schwankender Aktienmärkte und möglicherweise auf die Erkenntnis, dass trotz positiver Signale weiterhin erhebliche Differenzen in den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran bestehen.“
„Der US-Dollar legt heute Morgen gegenüber sämtlichen wichtigen Währungen zu, und der DXY steigt in Richtung der Marke von 102 Punkten im Chart, dem Hoch vom Mai 2025. Aus technischer Sicht könnte sich im oberen Bereich von 102 Punkten stärkerer Widerstand bilden. Dort liegt das 50-Prozent-Retracement des Rückgangs des Index in den Jahren 2025 und 2026 bei 102,86 Punkten.“
„Derzeit spricht nur wenig dagegen, dass der US-Dollar fest bleibt oder noch etwas weiter zulegt. Wir sind der Ansicht, dass die Märkte die Risiken einer weiteren Straffung der Geldpolitik durch die Fed überschätzen, allerdings dürfte sich diese Frage erst in einiger Zeit klären.“
„Die Positionierung am Markt könnte weitere Dollargewinne allerdings begrenzen. Die spekulativen Positionen zugunsten des US-Dollar sind den Daten der US-Terminmarktaufsicht CFTC zufolge bereits sehr hoch.“
„Die aggregierten Netto-Long-Positionen im US-Dollar nähern sich den Höchstständen aus dem Jahr 2024 und dem frühen Jahr 2025, bevor der Dollar von seinen Spitzenständen zurückfiel. Das Interesse von langfristig orientierten Investoren und Hedgefonds fällt dagegen geringer aus, was dem US-Dollar zusätzlichen Rückenwind verleihen könnte, falls die optimistischen Positionierungen weiter ausgebaut werden.“