West Texas Intermediate (WTI), Futures an der NYMEX, notiert während der späten asiatischen Handelssitzung am Donnerstag 0,7 % niedriger bei nahe 69,00 USD. Der Ölpreis ist auf das Niveau vor dem Nahost-Krieg zurückgekehrt und steht in den vergangenen Wochen unter starkem Verkaufsdruck, da die Öllieferungen durch die Straße von Hormus, einen kritischen Engpass für fast ein Fünftel der weltweiten Energieversorgung, zugenommen haben.
Laut einem Bericht von Bloomberg signalisieren immer mehr Schiffe offen ihre Absicht, die Straße von Hormus zu durchqueren, was auf ein wachsendes Vertrauen der Schiffseigner und Händler hinweist, ihre Schiffe durch den Engpass zu schicken, da die Spannungen nachlassen.
Außerdem teilte die Internationale Seeschifffahrtsorganisation mit, dass sie Garantien erhalten habe, die es Hunderten von Schiffen erlauben, den Persischen Golf zu verlassen.
Unterdessen hat die Internationale Energieagentur (IEA) berichtet, dass die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) Öl mit fast 85 % des Vorkriegsniveaus exportieren.
Neben dem gestiegenen Ölangebot wirken sich auch feste Erwartungen aus, dass die Federal Reserve (Fed) in diesem Jahr die Zinsen anheben wird, was den Ölpreis belastet. Das CME FedWatch-Tool zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed in diesem Jahr fast 82 % beträgt. Die Möglichkeit von mindestens zwei Zinserhöhungen liegt bei 42,2 %.
Für die Zukunft könnte das Erdbeben in Venezuela, das erhebliche Schäden an der Infrastruktur verursacht hat, den globalen Ölpreis leicht beeinflussen. Das Öl aus Venezuela ist in letzter Zeit zu einem bedeutenden Faktor für das Ölangebot geworden, da die Vereinigten Staaten (US) nun die Energieressourcen kontrollieren und weltweit vermarkten, nachdem sie den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro entführt haben.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.