EUR/CAD erholt sich nach einer mit einem Kursabstand tiefer eröffneten Sitzung und handelt während der asiatischen Sitzung am Montag nahe 1,5830. Die Gewinne bleiben jedoch begrenzt, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) Unterstützung durch steigende Ölpreise erhält, was Kanadas Position als größter Rohölexporteur in die Vereinigten Staaten (US) widerspiegelt.
Unterdessen reduziert der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl intraday Gewinne, bleibt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts jedoch auf einem erhöhten Niveau um 97,80 USD pro Barrel. Die Rohölpreise werden weiterhin durch Versorgungsbedenken angesichts der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten gestützt.
US-Präsident Donald Trump hat Iran Berichten zufolge ein 48-Stunden-Ultimatum gestellt, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, andernfalls drohen mögliche Angriffe auf die Energieinfrastruktur. Als Reaktion warnte die Islamische Revolutionsgarde Irans (IRGC), die Straße vollständig zu schließen, falls die USA fortfahren. Separat deuten Berichte darauf hin, dass Washington eine mögliche Bodenoperation zur Einnahme der iranischen Insel Kharg, einem wichtigen Öl-Exportzentrum, erwägt.
In der Geldpolitik beließ die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer letzten Sitzung in der vergangenen Woche die Zinssätze unverändert und verwies darauf, dass der Konflikt in Iran den Ausblick „erheblich unsicherer“ gemacht habe. Die Entscheidungsträger hoben „Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wachstum“ hervor, was die Händler dazu veranlasste, ihre Wetten auf mögliche Zinserhöhungen der EZB später in diesem Jahr zu erhöhen. EZB-Vertreter werden am Montag noch sprechen, und jegliche hawkischen Signale könnten dem Euro gegenüber seinen wichtigsten Gegenwährungen zusätzlichen Auftrieb geben.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.