Das Währungspaar EUR/JPY wird am frühen Montag im asiatischen Handel mit leichten Verlusten nahe 184,15 gehandelt. Der japanische Yen (JPY) wertet gegenüber dem Euro (EUR) auf, da die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten sichere Häfen stärkt.
Die Islamische Revolutionsgarde des Iran (IRGC) erklärte am Montag, dass der Iran die Straße von Hormus vollständig schließen werde, falls US-Präsident Donald Trump seine Drohungen wahrmacht, das Kraftwerk anzugreifen. Diese Aussage erfolgte, nachdem Trump dem Iran 48 Stunden Zeit gegeben hatte, die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr wieder zu öffnen, andernfalls drohe die Zerstörung der Energieinfrastruktur. Anzeichen für einen langwierigen Konflikt im Nahen Osten könnten den JPY stärken und kurzfristig als Gegenwind für das Währungspaar wirken.
Darüber hinaus könnten verbale Interventionen japanischer Behörden den JPY weiter stützen. Japans oberster Devisenbeamter, Atsushi Mimura, erklärte am Montag, dass die Regierung bereit sei, auf allen Ebenen Maßnahmen bei der Volatilität im Devisenmarkt zu ergreifen.
Die Entscheidungsträger der Europäischen Zentralbank (EZB) werden am Montag noch sprechen. Jegliche hawkischen Kommentare der EZB-Politiker könnten den EUR gegenüber dem JPY stärken. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf den Bericht zum nationalen Verbraucherpreisindex (VPI) Japans für Februar, der am Dienstag veröffentlicht wird.
Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.