Der Pullback bei Technologieaktien verunsichert Anleger. Kurse schwanken, Nervosität steigt. Doch Analysten schlagen Alarm – allerdings nicht wegen eines Crashs, sondern wegen einer Überreaktion des Marktes. Ihre These: Der Investitionszyklus rund um Künstliche Intelligenz steckt noch immer in der frühen Phase. Und genau das könnte für die nächsten Jahre entscheidend sein.
Wedbush argumentiert, dass wir uns erst im dritten Jahr eines erwarteten 10-jährigen KI-Booms befinden. Besonders brisant: 2026 könnte zum Wendepunkt werden. Gespräche mit Technologiechefs und Unternehmenskunden deuten laut Analysten auf eine klare Richtung hin – massive Investitionen stehen erst noch bevor.
Wedbush erwartet, dass die Investitionsausgaben großer Technologiekonzerne im Jahr 2026 rund 650 Milliarden US-Dollar erreichen könnten. Gleichzeitig dürften auch Regierungen und globale Großunternehmen ihre Budgets erhöhen.
Die Botschaft ist eindeutig: Trotz Kursschwäche bleibt die Nachfrage nach KI-Infrastruktur und KI-Services aus Sicht der Analysten robust. Der Markt wackelt, der langfristige Trend nicht.
Die jüngste Volatilität traf mehrere Tech-Schwergewichte, obwohl Unternehmen wie Alphabet, Meta Platforms und Palantir Technologies solide Quartalsergebnisse vorlegten.
Analysten sehen darin kein fundamentales Problem, sondern ein klassisches Risk-off-Szenario. Nervöse Anleger, kurzfristige Absicherung, schnelle Umschichtungen. Keine Trendwende, sondern Stimmungsschwankung.
Wedbush räumt ein: KI verändert Prioritäten. Budgets verschieben sich, vor allem im Bereich Enterprise Software. Neue KI-Initiativen konkurrieren mit klassischen IT-Ausgaben.
Doch laut Analysten wird aktuell ein zu negatives Szenario eingepreist. Die Sorge, KI-Tools könnten traditionelle Softwareausgaben schnell verdrängen, sei überzogen. Viele Unternehmen bleiben vorsichtig – insbesondere wenn es um sensible Daten und Kernsysteme geht.
Ein radikaler Umbruch „über Nacht“ gilt als unwahrscheinlich.
Wedbush sieht die jüngsten Kursrückgänge bei Salesforce (CRM) und ServiceNow (NOW) kritisch. Aus Analystensicht wirken diese Bewegungen nicht stimmig mit ihrer Rolle im KI-Ökosystem.
Auch die Schwäche bei Microsoft (MSFT) spiegele nicht das langfristige Wachstumspotenzial wider, das sich aus Cloud- und KI-Plattformen ergeben könnte.
Die implizite Frage: Reagiert der Markt gerade rational – oder emotional?
Wedbush erwartet, dass die kommende Phase der Enterprise-Adoption den gesamten Technologiesektor stützen dürfte. Immer mehr Unternehmen integrieren KI in alltägliche Geschäftsprozesse.
Der entscheidende Punkt: Die größten Ausgaben entstehen oft nicht in der Experimentierphase, sondern wenn Technologie zum operativen Standard wird.
Die aktuelle Schwäche bei Tech-Aktien wirkt dramatisch. Doch Analysten warnen davor, daraus vorschnell einen strukturellen Abwärtstrend abzuleiten.
Ihre Kernbotschaft: Der KI-Investitionszyklus sei intakt. Der Markt befinde sich weiterhin in einer frühen Phase. Und mit 2026 als möglichem Kipppunkt könnten die Ausgaben sogar deutlich an Dynamik gewinnen.
Ob die Börse das bereits richtig einpreist, bleibt die große Frage.