Bitcoin (BTC) hat sich am Freitag bis nahe 82.000 Dollar erholt, nachdem der Kurs kurzzeitig unter 80.000 Dollar gefallen war. Damit machte die Kryptowährung einen Teil der Verluste wett, die durch die höher als erwartet ausgefallenen US-Inflationsdaten ausgelöst worden waren.
Die US-Erzeugerpreise stiegen im September gegenüber dem Vorjahr um 6,3 Prozent. Damit übertrafen sie die Prognose von 5,3 Prozent und erreichten den zweithöchsten Stand seit November 2022. Die Kernrate der Erzeugerpreisinflation erhöhte sich auf 5 Prozent und lag ebenfalls über der Erwartung von 4,4 Prozent.
Die Zahlen folgten auf den bereits am Mittwoch veröffentlichten Verbraucherpreisbericht, der ebenfalls stärker als erwartet ausgefallen war. Die Gesamtinflation stieg im September auf 3,7 Prozent, während die Kerninflation 2,6 Prozent erreichte.
Nach der Veröffentlichung der Erzeugerpreisdaten für September fiel die größte Kryptowährung kurzzeitig auf 79.800 Dollar, erholte sich anschließend jedoch wieder bis nahe 82.000 Dollar.
Die Erholung erfolgt in einem weiterhin schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld. Die hartnäckige Inflation schürt Sorgen über den weiteren Zinskurs der US-Notenbank.
Nach Angaben von Coinglass wurden innerhalb der vergangenen 24 Stunden Terminpositionen im Gesamtwert von rund 930 Millionen Dollar liquidiert.
Davon entfielen 780 Millionen Dollar auf Long-Positionen. Damit trugen bullisch positionierte Händler den Großteil der Verluste, als die Kurse fielen. Aber auch Short-Händler blieben nicht verschont und verloren im selben Zeitraum 150 Millionen Dollar durch Liquidationen. Bei Bitcoin belief sich das liquidierte Volumen auf 214 Millionen Dollar, wovon 80 Prozent auf Long-Positionen entfielen.
Der marktweite Rückgang erfasste vorübergehend auch die großen Altcoins. Am stärksten traf es Ethereum (ETH) mit Liquidationen im Volumen von 286 Millionen Dollar. Der führende Altcoin fiel zunächst auf 2.324 Dollar. BNB, XRP und Solana (SOL) gaben auf 712 Dollar, 1,29 Dollar beziehungsweise 101 Dollar nach, bevor sie sich wieder erholten.

Krypto-Liquidationen | Quelle: Coinglass
Die Erholung zeigt, dass Bitcoin rund um die Marke von 80.000 Dollar weiterhin Käufer anzieht. Dieses Niveau hat sich inzwischen als wichtige Unterstützungszone etabliert.
In einem früheren Bericht bezeichneten Analysten die Spanne zwischen 80.000 und 81.500 Dollar als entscheidenden Bereich für Bitcoin. Sie verwiesen dabei auf Kaufaufträge im Kassamarkt-Orderbuch von Binance. In dieser Zone liegt zugleich die Kostenbasis der US-amerikanischen Bitcoin-Kassa-ETFs.
Die auf rund 81.500 Dollar geschätzte ETF-Kostenbasis entspricht dem durchschnittlichen Kaufpreis der von diesen Fonds gehaltenen Bitcoin. Die Marke von 80.000 Dollar liegt knapp darunter. Dadurch überschneiden sich in diesem Bereich technische und On-Chain-Unterstützungen.
Ein nachhaltiger Bruch dieser Zone könnte Bitcoin jedoch zusätzlichem Verkaufsdruck aussetzen, da sich unmittelbar darunter ein großer Liquidationsbereich befindet. Unterhalb von 80.000 Dollar könnte BTC am tatsächlichen Marktdurchschnitt bei rund 78.000 Dollar Unterstützung finden.
Zum Zeitpunkt der Erstellung notiert Bitcoin bei 82.300 Dollar und damit 0,6 Prozent höher als vor 24 Stunden.