Ethereum vor Richtungsentscheidung: Jetzt richtet sich alles auf die Fed

Quelle Fxstreet

Ethereum (ETH) ist am Donnerstag über die Marke von 1.900 US-Dollar gestiegen, nachdem der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) beschlossen hatte, den Leitzins unverändert in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent zu belassen. Der Entscheidung war laut Analysten von CryptoQuant ein ruhiger Termin- und Kassamarkt vorausgegangen, da viele Marktteilnehmer zunächst den Zinsentscheid abwarten wollten.

In einem Bericht vom Mittwoch erklärten die Analysten, dass Anleger mit Long-Positionen in unbefristeten Ethereum-Futures im Bereich von 1.880 US-Dollar zuletzt Gewinne mitgenommen hätten. Gleichzeitig habe die Dominanz der Short-Positionen nachgelassen. Dies deute darauf hin, dass Händler ihre Positionen insgesamt reduzierten, anstatt auf einen erneuten Kursrückgang zu setzen.

Auch das Taker Buy Sell Ratio von Ethereum bewegt sich auf einem neutralen Niveau. Der 168-Stunden-Durchschnitt des Indikators ist auf 1,00 gefallen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Bitcoin. Dort ist der Wert innerhalb einer Woche von 1,04 auf rund 1,00 gesunken. Das spricht für ein weitgehend ausgeglichenes Verhältnis zwischen Käufern und Verkäufern, die Marktorders ausführen.

„Ein neutrales Orderbuch vor dem Ereignis bedeutet, dass das Ergebnis der FOMC-Sitzung das Kräfteverhältnis in beide Richtungen verschieben und einen deutlichen Anstieg der Volatilität auslösen könnte“, erklärte CryptoQuant.

Auch das Net Taker Volume, das die Aktivität im Markt für unbefristete Ethereum-Futures misst, ging zurück. Der Wert fiel bis Dienstag von 28,9 Millionen auf 733.000.

Zudem verwiesen die Analysten darauf, dass die Funding Rates für Ethereum an der Deribit-Börse mit rund 0,0011 Prozent weiterhin im positiven Bereich liegen. Das deutet auf eine leichte Überzahl von Long-Positionen hin. Bleiben die Funding Rates positiv, könnten stark besetzte Long-Positionen bei einem Wechsel in den negativen Bereich unter Druck geraten. Dies würde die Volatilität erhöhen und einen sogenannten Long Squeeze begünstigen.

Am Kassamarkt haben sich die Zuflüsse auf die Börsen sowohl bei Ethereum als auch bei Bitcoin deutlich verlangsamt. Dem Bericht zufolge lagen sie zuletzt bei rund 274.000 ETH beziehungsweise 7.400 BTC. Das spricht für einen nur geringen Verkaufsdruck.

„Beide Werte liegen am unteren Ende ihrer Handelsspanne im Jahr 2026 und deutlich unter den Spitzenwerten von mehr als 50.000 BTC beziehungsweise über zwei Millionen ETH, die zu Beginn des Jahres verzeichnet wurden. Die verhaltenen Zuflüsse deuten darauf hin, dass Anleger ihre Bestände vor der Sitzung nicht in großem Umfang verkaufen. Das passt zu der Einschätzung, dass der erwartete unveränderte Zinsentscheid bereits weitgehend eingepreist war“, schrieben die Analysten von CryptoQuant.

Auch die Aktivitäten institutioneller Investoren sprechen für eine neutrale Marktstimmung. Nach Daten von SoSoValue beliefen sich die Nettozuflüsse in US-Spot-ETFs auf Ethereum in den vergangenen beiden Handelstagen auf lediglich 9,2 Millionen beziehungsweise 14,5 Millionen US-Dollar. Das sind die bislang niedrigsten Nettozuflüsse im laufenden Juli.

Bereits zuvor hatten Berichte darauf hingedeutet, dass einige Ethereum-Anleger ihre Bestände in der Nähe ihres durchschnittlichen On-Chain-Einstandspreises reduziert haben könnten, um ihre Risiken vor der FOMC-Entscheidung zu verringern.

Nachdem die US-Notenbank die Zinsen unverändert gelassen hat, hat sich die Marktstimmung leicht aufgehellt. Nun warten die Anleger auf die Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh.

Ethereum sucht zwischen wichtigen Durchschnittslinien nach einer Richtung

Ethereum verzeichnete in den vergangenen 24 Stunden Liquidationen im Volumen von 53 Millionen US-Dollar. Davon entfielen laut Daten von Coinglass 27,2 Millionen US-Dollar auf Long-Positionen.

Im Tageschart bewegt sich Ethereum weiterhin in einer neutral bis leicht positiven Verfassung. Der Kurs notiert oberhalb der exponentiellen gleitenden Durchschnitte der vergangenen 20 und 50 Tage bei rund 1.868 beziehungsweise 1.846 US-Dollar. Gleichzeitig begrenzt der 100-Tage-Durchschnitt im Bereich von rund 1.935 US-Dollar derzeit weitere Kursgewinne.

Der 14-Tage-Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei rund 57 und signalisiert damit ein moderates Aufwärtsmomentum. Solange der Kurs oberhalb der nah beieinanderliegenden gleitenden Durchschnitte bleibt, könnte diese Unterstützung bestehen bleiben.

Auf der Oberseite gilt zunächst der 100-Tage-Durchschnitt im Bereich von 1.935 US-Dollar als wichtiger Widerstand. Darüber folgt eine horizontale Hürde bei 1.961 US-Dollar. Weitere Widerstandsbereiche liegen anschließend bei 2.172 und 2.432 US-Dollar.

Auf der Unterseite verläuft die erste Unterstützung an einer Trendlinie im Bereich von rund 1.876 US-Dollar, gefolgt von den 20- und 50-Tage-Durchschnitten. Weitere Unterstützungen liegen bei 1.810 US-Dollar sowie im Falle eines stärkeren Verkaufsdrucks bei 1.702 und 1.507 US-Dollar.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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