Der Bitcoin (BTC) ist am Dienstag über die Marke von 66.000 US-Dollar gestiegen und setzt damit seine langsame Erholung im Juli fort. Die Entwicklung passt zu einer Phase, die historisch als eine der ruhigsten des Jahres für den Handel mit der Kryptowährung gilt.
In einer am Dienstag veröffentlichten Analyse beschreiben die Analysten von K33 die aktuelle Marktlage als typisch für die saisonale Sommerflaute beim Bitcoin. Der Juli sei historisch der Monat mit den schwächsten Handelsvolumina im Verhältnis zum Jahresdurchschnitt.
K33 sieht die Stabilisierung der Kapitalflüsse bei börsengehandelten Bitcoin-Fonds (ETFs) als eine der ermutigendsten Entwicklungen im aktuellen Marktumfeld.
Besonders deutlich werde dies am Anteil der Handelstage mit Nettoabflüssen. Im Mai verzeichneten 70 Prozent der Handelstage bei Bitcoin-ETFs Nettoabflüsse, im Juni stieg dieser Anteil auf 90 Prozent. Im Juli entfielen bislang lediglich 33 Prozent der Handelstage auf Nettoabflüsse.
Laut dem Bericht deutet diese Entwicklung darauf hin, dass eine moderate Nachfrage den anhaltenden Verkaufsdruck ersetzt hat, der den Markt im Mai und Juni geprägt hatte.
„Während die ETF-Aktivität insgesamt deutlich passiver geworden ist, hat sich das Gleichgewicht der Kapitalflüsse zugunsten des Bitcoin verschoben. Das deutet darauf hin, dass eine moderate Nachfrage die anhaltende Umschichtung aus dem Vermögenswert ersetzt hat, die im Mai und Juni zu beobachten war“, schrieben die Analysten von K33.
In der vergangenen Woche verzeichneten Bitcoin-ETPs Nettozuflüsse von 778 Bitcoin. Damit summieren sich die Nettozuflüsse im Juli bislang auf 1.842 Bitcoin.
Trotz der verbesserten ETP-Kapitalflüsse bleibt die Aktivität am breiteren Bitcoin-Markt verhalten. Nach Angaben von K33 lag das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen am Spotmarkt in den vergangenen sieben Tagen bei 2,3 Milliarden US-Dollar. Das entspricht lediglich einem Anstieg von drei Prozent gegenüber der Vorwoche und bewegt sich weiterhin in der Nähe der Jahrestiefs.
Das Analysehaus ergänzte, dass das 30-Tage-Handelsvolumen des Bitcoin zum 19. Juli lediglich 62,4 Prozent des Jahresdurchschnitts erreicht habe. Historische Daten aus den Jahren 2020 bis 2025 zeigten, dass die Handelsaktivität üblicherweise um den 24. Juli ihren Tiefpunkt erreicht. Im Durchschnitt lagen die Volumina dann bei 72,1 Prozent des Jahresdurchschnitts.
„Eine geringe Volatilität beruhigt den Markt und führt zu einer geringeren Beteiligung der Anleger. Das wiederum verstärkt das Umfeld niedriger Schwankungen. Dieses klassische Sommermuster im Kryptomarkt zeigt erneut Anzeichen einer Wiederholung“, teilte K33 mit.
Die verhaltene Marktaktivität zeigt sich auch am Derivatemarkt für Bitcoin. An der Chicago Mercantile Exchange (CME) ist die annualisierte Ein-Monats-Basis bei Futures auf fünf bis sieben Prozent gestiegen, nachdem sie zwischen Mitte Mai und Ende Juni noch bei zwei bis fünf Prozent gelegen hatte.
Das Open Interest an der CME blieb im Juli jedoch durchgehend unter 100.000 Bitcoin und fiel auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2023. K33 führt die schwache Aktivität unter anderem auf eine geringere Nachfrage nach makroökonomischen Absicherungen sowie auf fehlendes spekulatives Interesse angesichts der schwachen Marktdynamik zurück.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den unbefristeten Bitcoin-Futures. Das Open Interest blieb in den vergangenen drei Wochen weitgehend stabil, während sich die annualisierten Funding-Raten nach den negativen Werten im Juni auf rund sechs bis sieben Prozent erholt haben.
Dem Bericht zufolge spricht das ausbleibende Wachstum bei den Positionierungen dafür, dass das Risiko sowohl eines Long- als auch eines Short-Squeeze derzeit gering ist. Da die Aktivität sowohl am Spot- als auch am Derivatemarkt gedämpft bleibt, erwartet K33, dass makroökonomische Entwicklungen im weiteren Verlauf des Juli die wichtigsten Kurstreiber für den Bitcoin sein werden.
Die Analysten gehen davon aus, dass Anleger vor allem auf die anstehenden Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank Fed blicken werden. Als wichtigster Termin gilt dabei die Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) am 29. Juli.
Gleichzeitig bleibt der anhaltende Konflikt zwischen den USA und dem Iran ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor für die allgemeine Risikostimmung an den Finanzmärkten.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte der Bitcoin bei 66.500 US-Dollar und damit 2,1 Prozent höher als 24 Stunden zuvor.