Ethereum (ETH) verlor im Juni 21,6 Prozent und verzeichnete damit den stärksten Monatsrückgang seit November. Belastet wurde die Kryptowährung von einer ausgeprägten Risikoaversion und hoher Volatilität, die vor allem von Privatanlegern und Marktteilnehmern in den USA geprägt war.
Wallets mit Beständen zwischen 100 und 1.000 ETH sowie zwischen 1.000 und 10.000 ETH trennten sich im vergangenen Monat zusammen von 510.000 ETH. Diese Anlegergruppe trug maßgeblich zum anhaltenden Kursrückgang der größten Altcoin seit dem Kurseinbruch vom 10. Oktober bei und verringerte ihre Bestände seither um insgesamt 3,91 Millionen ETH.
Demgegenüber nutzten Großinvestoren mit Beständen zwischen 10.000 und 100.000 ETH die niedrigeren Kurse zum Einstieg und kauften im Juni rund 600.000 ETH hinzu. Seit dem Kurseinbruch am 10. Oktober überwiegt bei dieser Anlegergruppe damit weiterhin die Kaufbereitschaft. Insgesamt bauten diese Investoren ihre Bestände seither um 2,48 Millionen ETH aus.
-1783124661949.png)
Ein Großteil dieser Käufe dürfte in das Staking geflossen sein. Im vergangenen Monat stieg die Menge der gestakten ETH um rund 763.000 auf den Rekordwert von 40,5 Millionen ETH.
Seit Jahresbeginn wurden damit insgesamt 4,5 Millionen ETH neu gestakt. Dies deutet darauf hin, dass langfristig orientierte Anleger verstärkt auf Staking-Erträge setzen und auf eine Kurserholung warten, anstatt ihre Positionen zu verkaufen.
-1783124717732.png)
Der Juni war zugleich von einer ausgeprägten Risikoaversion unter US-Investoren geprägt. Der Coinbase Premium Index, ein Stimmungsindikator für den US-Markt, fiel auf minus 0,169 und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Februar. Nach den moderaten Kursgewinnen der vergangenen Tage legte der Indikator zwar leicht zu, befindet sich aber weiterhin im negativen Bereich.
Auch das Interesse institutioneller Anleger in den USA blieb schwach. Spot-ETFs auf Ethereum verzeichneten im Juni laut Daten von SoSoValue Nettoabflüsse von rund 529 Millionen US-Dollar, nachdem bereits vier Wochen in Folge Kapital abgeflossen war. Am Terminmarkt sank das Open Interest bei Ethereum-Futures um 1,46 Millionen ETH. Gleichzeitig schwankten die Finanzierungssätze im Juni zwischen positiven und negativen Werten. In den vergangenen Tagen lagen sie überwiegend wieder im positiven Bereich, was darauf hindeutet, dass Long-Investoren im Juli auf eine Erholung setzen könnten.

Im Tageschart zeigt sich Ethereum weiter in einer abwartenden Verfassung. Der Kurs hält sich oberhalb des 20-Tage-EMA bei rund 1.676 US-Dollar, notiert jedoch weiterhin unter dem 50-Tage-EMA bei etwa 1.810 US-Dollar sowie unter dem 100-Tage-EMA knapp unter 1.984 US-Dollar. Der Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich im mittleren 50er-Bereich, während der Stochastik-Oszillator bereits in den überkauften Bereich vorgedrungen ist. Das spricht dafür, dass die jüngste Erholung zwar an Dynamik gewinnt, zugleich aber auf eine ausgeprägte Widerstandszone trifft.
Auf der Oberseite liegt der nächste wichtige Widerstand im Bereich der horizontalen Hürde bei 1.806 US-Dollar, die mit dem 50-Tage-EMA zusammenfällt. Ein Tagesschlusskurs darüber könnte den Weg in Richtung des 100-Tage-EMA bei rund 1.984 US-Dollar sowie zu den nächsten Widerständen bei 2.019 und 2.108 US-Dollar ebnen. Weitere Hürden liegen bei 2.211 und 2.389 US-Dollar.
Auf der Unterseite bildet zunächst der Bereich um den 20-Tage-EMA bei etwa 1.676 US-Dollar eine Unterstützung, falls Ethereum den Bereich oberhalb von 1.741 US-Dollar nicht behaupten kann. Sollte diese Marke unterschritten werden, rücken die nächsten Unterstützungen bei 1.524 und 1.405 US-Dollar in den Fokus, bevor die langfristige Basis im Bereich von 1.156 US-Dollar erreicht wird.