TradingKey - US-PCE-Daten für Mai verstärken Zinserhöhungserwartungen, während der Bitcoin-Kurs ein neues Tief seit gestern erreicht und sich der Marke von 58.000 USD nähert.
Am 25. Juni, US-Ostküstenzeit, fiel Bitcoin nach der Veröffentlichung der US-PCE-Daten für Mai ( BTC) unter die Marke von 59.000 USD, erreichte ein Tief von 58.121 USD und durchbrach damit erneut das gestern aufgestellte Zweijahrestief. Derzeit hat sich der Bitcoin-Kurs wieder auf über 59.000 USD erholt und notiert vorübergehend bei 59.550 USD.
Bitcoin-Kurschart, Quelle: TradingView
Der Kurseinbruch bei Bitcoin und dem breiteren Kryptomarkt hat den Bullen erneut einen schweren Schlag versetzt. In den vergangenen 24 Stunden wurden auf dem Kryptomarkt Positionen von über 130.000 Tradern liquidiert, wobei das Gesamtvolumen fast 900 Millionen USD erreichte – ein leichter Rückgang gegenüber gestern. Am 24. Juni wurden Positionen von über 170.000 Tradern im Gesamtwert von rund 1 Milliarde USD liquidiert,
Der Hauptgrund für dieses von den PCE-Daten ausgelöste „Bullen-Massaker“ liegt in der erneuten Verschärfung der Erwartungen einer makroökonomischen Straffung. Die jüngsten Daten zeigen, dass die PCE-Gesamtrate im Jahresvergleich auf 4,1 % hochgeschnellt ist, was den höchsten Stand seit April 2023 markiert. Zugleich erreichte die PCE-Kernrate im Jahresvergleich (ohne Nahrungsmittel und Energie) 3,4 % und markierte damit ebenfalls einen neuen Höchststand seit Oktober 2023.
Obwohl die monatliche Wachstumsrate (0,4 %) den schlimmsten Erwartungen des Marktes entsprach oder diese sogar leicht unterschritt, zerstörte die hohe Inflationsrate im Jahresvergleich von 4,1 % jegliche kurzfristigen optimistischen Illusionen am Markt. Institutionelle Ökonomen, wie die von BMO Capital Markets, stellten unmissverständlich fest: „Die hartnäckige Inflation im Kerndienstleistungssektor wird die Federal Reserve dazu zwingen, die Zinsen hoch zu halten und sogar potenzielle Zinserhöhungen im Gespräch zu belassen.“
Die falkenhafte Haltung des neu ernannten Vorsitzenden der Federal Reserve, Kevin Warsh, hat die Wirkung dieser Daten ungewollt verstärkt. Auf der Juni-Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) hatte die Fed bereits Hinweise auf künftige Zinssenkungen gestrichen und signalisierte stattdessen eine mögliche weitere Zinserhöhung. Was die Wall Street zusätzlich verunsichert, ist Warshs Tendenz, die Forward Guidance aufzugeben und stattdessen für datenabhängiges Handeln statt Worten zu plädieren. Dies bedeutet, dass der Markt die gewohnten geldpolitischen Leitplanken verloren hat; sobald die Inflationsdaten heiß laufen, wird das Kapital in Panik sofort eine Zinserhöhung einpreisen.
Darüber hinaus wird der Kursrückgang von Bitcoin durch einen weiteren Faktor beeinflusst. Da die Übergangsfrist für die europäische MiCA-Regulierung am 1. Juli endet, entschied sich regelkonformes Kapital am Quartalsende für Gewinnmitnahmen und bevorzugte Bargeld, um regulatorische Unsicherheiten zu vermeiden. Dies wirkte als unsichtbarer Treiber hinter der aktuellen Verwundbarkeit des Marktes.
Derzeit liegt der Marktstimmungsindex bei 15, was auf einen Zustand extremer Angst hindeutet, während die pessimistischen Stimmen weiter zunehmen. Unter ihnen prognostiziert Jiang Zhuoer, Gründer von Lebit Mining Pool, dass Bitcoin auf 42.000 bis 44.000 USD fallen könnte. Allerdings könnte es sich hierbei lediglich um Marktgeräusche handeln, die nicht unbedingt die tatsächliche Realität widerspiegeln.
Mit Blick auf die Zukunft sollten Anleger die für den 2. Juli geplanten US-Arbeitsmarktdaten außerhalb der Landwirtschaft (NFP) sowie das FOMC-Sitzungsprotokoll am 8. Juli genau beobachten. Diese werden Aufschluss darüber geben, wie die von Warsh geführte Fed tatsächlich zu diesem „4,1 %-PCE“-Wert steht, und den künftigen geldpolitischen Kurs skizzieren. Sollte eine stark falkenhafte Haltung beibehalten werden, dürfte sich Bitcoin in Richtung 50.000 USD bewegen; werden hingegen taubenhafte Signale gesendet, wird sich der Bitcoin-Kurs kräftig erholen, wenngleich das Aufwärtspotenzial begrenzt sein dürfte, wobei 80.000 USD die Obergrenze darstellt.