Das Währungspaar GBP/USD hält zum zweiten Tag in Folge eine positive Tendenz, bleibt jedoch unter dem Hoch des Vortages und handelt während der asiatischen Sitzung am Freitag knapp unter der Marke von 1,3200. Darüber hinaus ist vor dem Hintergrund der fundamentalen Rahmenbedingungen Vorsicht geboten, bevor man sich auf eine nennenswerte Erholung von den Tiefständen aus dem November 2025 im Bereich um 1,3140 positioniert, die am Mittwoch erreicht wurden.
Der am Donnerstag veröffentlichte US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) zeigte anhaltenden Inflationsdruck. Die Unterzeichnung eines vorläufigen US-Iran-Friedensabkommens Anfang dieses Monats und der anschließende Rückgang der Rohölpreise auf das Vorkriegsniveau milderten jedoch die Sorgen über die inflationsfördernde Wirkung eines Anstiegs der Energiepreise. Dies veranlasste die Händler, ihre Wetten auf Zinserhöhungen der US-Notenbank (Fed) in diesem Jahr zu reduzieren, was zu einem Rückzug des US-Dollars (USD) von seinem höchsten Stand seit Mai 2025 über Nacht führte und dem Währungspaar GBP/USD Unterstützung bot.
Berichte, dass die Islamische Revolutionsgarde Irans (IRGC) ein unter singapurischer Flagge fahrendes Frachtschiff in der Straße von Hormuz angegriffen hat, lösten jedoch eine moderate Erholung der Rohölpreise aus und boten dem sicheren Hafen Greenback etwas Unterstützung. Zudem haben der Rücktritt des britischen Premierministers Keir Starmer am 22. Juni und der offene Labour-Führungswahlkampf eine politische Risikoprämie zurück in das Pfund Sterling (GBP) gebracht. Dies hält die Händler davon ab, aggressive bullische Wetten auf das Währungspaar GBP/USD zu platzieren, und trägt weiter dazu bei, den Spielraum für nennenswerte Kursgewinne bei den Kassakursen zu begrenzen.
Für den weiteren Verlauf stehen am Freitag keine relevanten marktrelevanten Daten aus dem Vereinigten Königreich an, während der US-Wirtschaftskalender den revidierten Verbraucher-Stimmungsindex der University of Michigan enthält. Abgesehen davon werden Kommentare einflussreicher FOMC-Mitglieder und weitere Entwicklungen rund um die Krise im Nahen Osten eine Schlüsselrolle bei der Steuerung der USD-Nachfrage spielen. Dies könnte wiederum dem Währungspaar GBP/USD einen gewissen Impuls verleihen, das offenbar auf Verluste für die zweite Woche in Folge zusteuert.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.