Das Paar NZD/USD notiert am Freitag während der asiatischen Handelszeiten zum achten Mal in Folge im negativen Bereich nahe 0,5635. Der Neuseeland-Dollar (NZD) steht aufgrund von Spannungen im Nahen Osten und Zinserwartungen der Federal Reserve (Fed) unter Verkaufsdruck nahe dem niedrigsten Stand seit Ende November 2025.
Der US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) stieg im Mai im Jahresvergleich um 4,1 % gegenüber 3,3 % im vorherigen Wert, so das US Bureau of Economic Analysis (BEA) am Donnerstag. Die jährliche Rate beschleunigte sich damit deutlich über das 2%-Ziel der Fed.
Der Kern-PCE, der von der Fed bevorzugte Inflationsindikator, stieg im Mai um 3,4 % gegenüber dem Vorjahr, verglichen mit 3,3 % zuvor, und entsprach damit den Erwartungen. Dieser Wert erreichte den höchsten Stand seit Oktober 2023. Ein separater Bericht zeigte, dass das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal (Q1) mit einer annualisierten Rate von 2,1 % wuchs, schneller als der Marktkonsens und der vorherige Wert von 1,6 %.
Die Märkte erwarten in diesem Jahr drei Zinserhöhungen der Fed und preisen laut dem CME FedWatch Tool eine Wahrscheinlichkeit von etwa 63,4 % für eine Erhöhung im September ein.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) beließ den Leitzins (Official Cash Rate - OCR) auf ihrer Mai-Sitzung bei 2,25 %. Analysten sind der Ansicht, dass der abkühlende Energiemarkt der neuseeländischen Zentralbank erheblichen Spielraum gibt, die Daten vor geldpolitischen Maßnahmen zu bewerten.
Die ASB Bank hat ihre Prognose für eine Zinserhöhung im Juli zurückgezogen und erwartet nun, dass die RBNZ den OCR bei der bevorstehenden Sitzung im Juli unverändert lässt, gefolgt von stetigen Erhöhungen um 25 Basispunkte ab September, wobei der OCR bis Anfang 2027 seinen Höchststand bei 3,25 % erreichen wird.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.