Ethereum (ETH) legt am Dienstag um rund 1 Prozent zu und bewegt sich damit weiter auf dem Preisniveau der Vorwoche. Wichtige Fundamentaldaten deuten jedoch weiterhin auf eine ausgeprägte Risikoaversion am Markt hin.
Privatanleger beziehungsweise Wallets mit Beständen zwischen 100 und 1.000 ETH reduzierten ihre Positionen in der vergangenen Woche um insgesamt 110.000 ETH. Damit setzte sich der starke Abwärtstrend bei diesen Anlegergruppen fort, der bereits seit November anhält.
Wallets mit Beständen zwischen 1.000 und 10.000 ETH sowie zwischen 10.000 und 100.000 ETH – also größere Investoren und sogenannte Wale – verzeichneten dagegen nur geringe Veränderungen ihrer Bestände. Anders als in der Vorwoche, als auch diese Gruppen verkauft hatten, deutet dies darauf hin, dass der Verkaufsdruck großer Investoren nachlassen könnte.
Der Kursrückgang der vergangenen Wochen zeigt allerdings weiterhin, dass die Käuferseite von anhaltendem Angebotsdruck überlagert wird. Viele Anleger dürften nach dem Erreichen ihrer Einstandskurse verkauft haben. Sichtbar wird dies daran, dass ETH den durchschnittlichen Onchain-Einstandspreis dieser Anlegergruppen zwischen 2.200 und 2.500 US-Dollar bislang nicht nachhaltig überwinden konnte.
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Realisierter Ethereum-Preis nach Anlegergruppen. Quelle: CryptoQuant
Ein Großteil dieser Verkäufe dürfte aus den USA stammen. Darauf weist der sogenannte Coinbase Premium Index hin, der als Stimmungsindikator für US-Anleger gilt. Der Indikator fiel in der vergangenen Woche weiter und setzte damit den bereits Ende April begonnenen Abwärtstrend fort.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den US-Spot-ETFs auf Ethereum. Nach Daten von SoSoValue verzeichneten die Produkte die zweite Woche in Folge Nettoabflüsse – diesmal in Höhe von rund 216 Millionen US-Dollar. Zudem befinden sich die ETFs inzwischen in einer Serie von zehn Handelstagen mit Mittelabzügen.
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Ethereum Coinbase Premium Index. Quelle: CryptoQuant
Trotz der Kursschwäche zeigt sich der Terminmarkt bislang robust. Das offene Interesse an Ethereum-Futures stieg leicht auf mehr als 15 Millionen ETH, während die Finanzierungsraten positiv blieben. Laut Daten von Coinglass deutet diese Entwicklung darauf hin, dass Derivatehändler die jüngsten Kursrückgänge für Käufe nutzen.
Im Tageschart bleibt das kurzfristige Bild für Ethereum angeschlagen. Der Kurs notiert weiterhin unter den exponentiell gewichteten gleitenden Durchschnitten der vergangenen 20, 50 und 100 Tage, die sich aktuell im Bereich zwischen etwa 2.183 und 2.308 US-Dollar bündeln.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) nahe 39 signalisiert weiterhin schwache Nachfrage. Gleichzeitig erholt sich der stochastische Oszillator aus dem überverkauften Bereich, was zwar auf eine technische Gegenbewegung hindeutet, zugleich aber auch zeigt, dass mögliche Erholungen auf starken Widerstand treffen könnten.
ETH/USDT-Tageschart
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand am 20-Tage-Durchschnitt bei rund 2.183 US-Dollar. Darüber folgen die horizontale Marke bei 2.211 US-Dollar sowie der 50-Tage-Durchschnitt bei etwa 2.221 US-Dollar. Weitere Widerstände liegen am 100-Tage-Durchschnitt bei 2.308 US-Dollar sowie an der nächsten markanten Barriere bei 2.388 US-Dollar. Darüber rücken die Kurszonen um 2.746 und 3.411 US-Dollar in den Fokus.
Auf der Unterseite gelten 2.018 und 1.909 US-Dollar als wichtige Unterstützungen, falls ETH die Marke von 2.108 US-Dollar nicht behaupten kann. Bei weiterem Verkaufsdruck könnte anschließend der Bereich um 1.741 US-Dollar getestet werden.