Der Kryptowährungsmarkt verliert an Momentum und Liquidität aufgrund des Fehlens eines bullischen Katalysators wie Künstlicher Intelligenz (KI), was die Beteiligung von Privatanlegern und Institutionen verringert. In einem exklusiven Interview mit FXStreet sagt Georg Harer, Co-CEO von Bybit EU, dass die Markets in Crypto-Assets (MiCA)-Regulierungen mit einer verbindlichen Einhaltungsfrist zum 1. Juli Liquidität aus traditionellen Fondsanbietern in den Kryptomarkt einspeisen könnten.
„Dies ist ein entscheidendes Jahr, weil die alten Regulierungsfristen auslaufen, und wenn man Krypto-Dienstleistungen anbieten will, braucht man eine MiCA-Lizenz“, sagte Harer.
Harer konzentrierte sich auch darauf, wie der 24/7-Handel mit tokenisierten Real World Assets (RWA) auf Krypto-Plattformen die traditionelle Einzelhandelsexposition gegenüber verbesserten Handelswerkzeugen verbessern könnte.
Die Liquidität am Kryptomarkt trocknet aus angesichts stetiger Abflüsse aus auf Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) fokussierten Exchange-Traded Funds (ETFs) und rückläufiger Einzelhandelsbeteiligung. Die Abflüsse dürften in die wachsende KI-Erzählung fließen, die als nächstes Kapitel der technologischen Evolution einer Dotcom-Blase ähnelt und große Wallet-Krypto-Investoren belastet.
Georg Harer, Co-CEO von Bybit EU, das ein durchschnittliches tägliches Handelsvolumen von rund 10 Milliarden US-Dollar abwickelt und weltweit über 85 Millionen registrierte Nutzer hat, erklärt, dass regulatorische Klarheit auf den europäischen Märkten den Weg für die nächste Krypto-Rallye ebnen könnte.
„Krypto befindet sich auf einem Tief, aber natürlich immer noch auf einem sehr hohen Niveau im Vergleich zu vor fünf oder sogar zehn Jahren“, sagte Harer. Zur Optimismussteigerung hob Harer die zunehmende Akzeptanz von Krypto als Zahlungsdienst im traditionellen Markt hervor. Die Bybit-Krypto-Debitkarte, in Partnerschaft mit Mastercard, umfasst Stablecoin- und Krypto-Zahlungen und erschließt so einen realen Nutzen für Bitcoin-Inhaber.
Krypto-Dienstleister in der EU erhielten eine 18-monatige „Grandfathering“-Frist zur Einhaltung der MiCA-Regulierungen, die am 1. Juli endet. Krypto-Dienstleister müssen voraussichtlich eine MiCA-Autorisierung erhalten, um nach Ablauf der Übergangsfristen weiterhin in der gesamten EU tätig sein zu können.
Bemerkenswert ist, dass die Fähigkeit von Binance, bestimmte europäische Märkte weiterhin zu bedienen, vom Ausgang seines Lizenzierungsprozesses abhängen könnte, dessen Antrag von der griechischen Hellenic Capital Market Commission (HCMC) geprüft wird, wie zuvor von FXStreet berichtet.
Harer erwartet, dass diese strengen Gesetze und Regulierungen Black-Swan-Ereignisse wie die Zusammenbrüche der Terra-LUNA- und FTX-Börsen, die monatelange Abwärtstrends auslösten, begrenzen würden. Gleichzeitig könnte die erhöhte Sicherheit die Beteiligung traditioneller Fondsanbieter wie Venture Capitals (VCs), institutioneller und anderer großer Wallet-Investoren fördern.
Kurz gesagt, erwartet Harer, dass Regulierungen zentralisierte Betrügereien im Krypto-Bereich einschränken, Verantwortung und Glaubwürdigkeit unter Krypto-Asset-Dienstleistern stärken und traditionelle Liquidität in digitale Vermögenswerte lenken.
Auf die Frage nach tokenisiertem 24/7-Handel gab Harer einen optimistischen Ausblick auf die Entwicklung der traditionellen Märkte. „Der gesamte Finanzmarkt ist eine erfundene Sache, warum sollten wir ihn also einschränken?“, sagte Harer.
Bezüglich der Vorteile für Privatanwender glaubt Harer, dass tokenisierter Handel traditionelle Akteure besseren Werkzeugen auf Krypto-Plattformen aussetzen würde. Darüber hinaus hilft die Flexibilität, zwischen Plattformen oder DeFi-Protokollen zu wechseln oder digitale Vermögenswerte in Cold Wallets zu halten, das Spielfeld gegenüber institutionellen Investoren auszugleichen.